Lohngefälle : EU will bessere Bezahlung für Frauen

Der EU ist das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ein Dorn im Auge. Besonders in Deutschland seien die Unterschiede zwischen den Geschlechtern groß.

BrüsselDie EU-Kommission plant neue Gesetze gegen das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen. Erste Vorschläge könnten nächstes Jahr auf den Tisch kommen, sagte EU-Arbeitskommissar Vladimir Spidla. Der Kommissar denkt dabei auch an Deutschland, weil dort die Unterschiede besonders groß sind. So erhalten deutsche Männer pro Stunde durchschnittlich 22 Prozent mehr Gehalt als Frauen. Im EU-Durchschnitt klaffe die Einkommensschere um 15 Prozent auseinander.

"Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich das auf Dauer verbessert", sagte Spidla. "Das ist ganz einfach nicht akzeptabel." Er habe deshalb die zweite Phase von Gesprächen mit den Sozialpartnern eingeleitet: Das sei ein Vorbote möglicher Gesetze etwa zur Arbeitszeit, zum Entlohnungssystem oder zum Vaterschaftsurlaub.

Der Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist Spidla zufolge zwar weitgehend verwirklicht. Frauen seien aber oft in schlechter bezahlten Funktionen tätig, weil Kinder ihre Karriere unterbrechen und Hausarbeit ihnen wenig Zeit für Weiterbildung und Überstunden lasse. "So geht es nicht", meinte Spidla und forderte die Männer zur Mithilfe auf: "Wir können diesen Gehaltsabstand nicht verringern, wenn wir nicht zu Hause mehr Aufgaben übernehmen." (mit dpa)

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