Lohnobergrenze : SPD: Merkel schlägt sich bei Managerbezahlung in die Büsche

Feindbild Manager: Die SPD bemüht sich nach Kräften, hohe Gehälter von Spitzenkräften stärker zu geißeln als die Union. Die sei nur auf "billigen Applaus" aus und laufe davon, wenn es konkret werde.

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Kanzlerin auf dem Kieker: Kurt Beck und Hubertus Heil. -Foto: ddp

In der Koalition zeichnet sich neuer Zündstoff um die Bezahlung von Managern ab. Die SPD will noch in dieser Wahlperiode in der großen Koalition eine Überprüfung der Spitzenbezüge in die Wege leiten. Eine vom SPD-Präsidium eingesetzte Arbeitsgruppe will dafür bis zum nächsten Frühjahr Vorschläge vorlegen. Danach werde das Thema "Auftrag für konkretes Regierungshandeln", kündigte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil an.

Er warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Rückzug von den eigenen Vorschlägen vor. Merkel habe sich auf dem CDU-Parteitag "billigen Applaus" mit ihrer scharfen Kritik an Managerbezügen geholt. "Man kann die Debatte nicht erst anstoßen und dann weglaufen", kritisierte der SPD-Generalsekretär. Auch die Sozialdemokraten wollten keine staatliche Festlegung von Gehältern. Ein solches Modell "à la DDR" plane vielmehr die Union mit ihrer Forderung nach flächendeckenden Kombi-Löhnen mit staatlichen Zuschüssen. Laut Heil sieht seine Partei aber durchaus Möglichkeiten, zu strengeren Regeln bei den Nebenverdiensten von Managern wie etwa Aktienoptionen zu kommen.

"Wir gehen das Thema konkret an"

Die SPD-Arbeitsgruppe unter Leitung von Fraktionsvize Joachim Poß soll sich noch vor Weihnachten in Berlin konstituieren. Im Januar ist eine Anhörung mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft vorgesehen. Laut Einsetzungsauftrag soll die "Angemessenheit und Transparenz" von Managerbezahlungen durchleuchtet werden. Dazu gehört auch eine mögliche Begrenzung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Abfindungen. Daneben müsse über verstärkte Selbstverpflichtungen der Wirtschaft nachgedacht werden. Der sechsköpfigen SPD-Arbeitsgruppe gehören auch Justizministerin Brigitte Zypries und Finanz-Staatssekretärin Nicolette Kressl an.

"Anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel belassen wir es nicht bei schönen Worten, sondern gehen das Thema konkret an", sagte SPD-Präsidiumsmitglied Andrea Ypsilanti. Vergütungen und Abfindungen, die Missmanagement noch belohnten, seien nicht akzeptabel. Auch wenn Manager das 50- oder sogar 100-fache des Gehalts eines mittleren Angestellten verdienten, müsse man darüber reden, erklärte die hessische SPD-Landeschefin. (jvo/dpa)

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