Politik : London befürchtet Nachahmer - Regierung will asylsuchende Passagiere weiterhin abschieben

Die britische Regierung will verhindern, dass die am Donnerstag beendete Flugzeugentführung als erfolgreiche Flucht in den Westen erscheint. "Wir dürfen es nicht zulassen, dass nun das Signal in alle Welt geht: Der Weg, um Asyl zu bekommen, ist, ein Flugzeug zu entführen", sagte ein Sprecher von Premierminister Blair am Freitag. Das afghanische Taliban-Regime versprach den Geiseln von London unterdessen, sie hätten keinerlei Sanktionen bei einer Rückkehr zu befürchten. "Sie sind willkommen", erklärte der stellvertretende Außenminister Afghanistans, Maulawi Abdul Rahman Zahid, in Frankfurt am Main.

Mindestens 60 Insassen des entführten afghanischen Flugzeugs hatten nach ihrer Freilassung Asyl beantragt. Insgesamt 22 Insassen wurden von der Polizei bis zum Freitag festgenommen. Nach offiziell noch unbestätigten Berichten sind die Luftpiraten mit einem großen Teil der Passagiere verwandt und hatten die Entführung mit ihnen von langer Hand geplant. Der britische Innenminister Jack Straw hatte bereits angekündigt, er wolle alle Insassen des Flugzeugs so schnell wie möglich abschieben. Britische Zeitungen berichteten aber, dies sei kaum möglich.

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