London : Briten lassen Populisten nicht einreisen

Die britischen Grenzbehörden haben dem niederländischen Abgeordneten und Chef der rechtspopulistischen "Partei für die Freiheit" (PVV), Gerrit Wilders, die Einreise verweigert.

Rolf Brockschmidt
Wilders
Gerrit Wilders -Foto: AFP

Berlin - Wilders war als am Flughafen London-Heathrow als erster aus dem Flugzeug geholt worden. Dann wurde ihm mitgeteilt, dass er unerwünscht sei. Der niederländische Politiker war trotz der Ankündigung des Einreiseverbots nach London geflogen, um auf Einladung eines britischen Oberhaus-Mitglieds seinen umstrittenen Anti-Islamfilm „Fitna“ zu zeigen.

Die britischen Grenzschutzbehörden hatten Wilders zuvor im Namen des Innenministeriums wissen lassen, „dass ihre Stellungnahmen über Muslime und ihren Glauben, wie sie in ihrem Film ’Fitna’ und anderswo ausgedrückt werden, die Harmonie der Gesellschaft und damit die öffentliche Sicherheit im Vereinigten Königreich bedrohen würden“. Wie das „NRC Handelsblad“ schreibt, hatte Wilders daraufhin gesagt: „So etwas erwartet man in Saudi-Arabien, aber nicht in Großbritannien.“ Der niederländische Außenminister Maxime Verhagen ließ seinen britischen Amtskollegen wissen, er bedauere es, dass ein gewählter EU-Parlamentarier nicht frei innerhalb der EU reisen könne und den niederländischen Botschafter zum Londoner Flughafen beordert, um Wilders beizustehen. Auch in britischen Medien wurde das offenbar aus Angst vor Anschlägen von Islamisten verhängte Einreiseverbot scharf kritisiert.

Die niederländische Menschenrechtsgruppe „Die Niederlande bekennen Farbe“ erinnerte unterdessen daran, dass Wilders selbst im vergangenen Monat im Parlament beantragt hatte, den umstrittenen Imam Khalid Yasin aus Sheffield nicht einreisen zu lassen. 

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