Politik : London fordert von Mugabe eine faire Abstimmung

Die frühere Kolonialmacht Großbritannien und die USA haben den simbabwischen Staatschef Mugabe aufgefordert, einen freien und fairen Wahlkampf zu garantieren. Mugabes Ankündigung, die mehrfach verschobenen Parlamentswahlen nun am 24. und 25. Juni abhalten zu lassen, wurde in London und Washington am Dienstag mit Vorsicht aufgenommen. "Alle politischen Parteien müssen einen freien Wahlkampf ohne Angst führen können, auch ohne Angst vor Zensur", hies es aus dem britischen Außenministerium.

Die Opposition in Simbabwe warnte nach Bekanntgabe des Wahltermins vor neuer Gewalt durch Mugabe-Anhänger. "Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist es unmöglich, freie und faire Wahlen durchzuführen, aber wir dürfen das Leiden der Bevölkerung nicht noch weiter verlängern", erklärte Welshman Ncube, Generalsekretär der Oppositionspartei "Bewegung für den demokratischen Wandel" am Montagabend in Harare. Die Partei sei daher bereit, sich den Wahlen Ende Juni zu stellen. Bei Übergriffen von Regierungsanhängern gegen Oppositionelle wurden bereits viele Menschen ermordet, darunter auch weiße Farmer.

Die gewaltsamen Besetzungen von mehr als 1000 landwirtschaftlichen Großbetrieben weißer Farmer durch so genannte Kriegsveteranen dauerten indes an. Die Ankündigung des Wahltermins geht offenbar auf diplomatischen Druck des Commonwealth zurück, dessen Präsident Don McKinnock sich in Simbabwe aufhält.

Landlose Schwarze hatten am Wochenende auch die Farm des früheren weißen Ministerpräsidenten Ian Smith besetzt. Wie dessen Sohn Alec berichtete, drangen rund 50 Besetzer auf das Anwesen vor und besetzten es. Smith, der das frühere Rhodesien von 1964 bis 1979 regiert hatte, sagte in einem TV-Interview, er glaube nicht, dass seine Vergangenheit den Schwarzen Anlass biete, sein Anwesen zu besetzen: "Ich habe mehr schwarze Freunde als Mugabe zurzeit hat." Die Farm-Besetzung sei offenbar nicht von Mugabe-Anhängern angezettelt worden, so Alec Smith. Die Besetzer hätten den Betrieb auch nicht gestört, zur Konfrontation mit dem Personal sei es nicht gekommen.

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