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London : Polizei wertet Messerattacke in U-Bahn als Terrorangriff

Nach einer Messerattacke auf Fahrgäste der Londoner U-Bahn wurde ein Mann am Samstagabend festgenommen. Die Polizei ermittelt wegen eines "terroristischen Vorfalls".

Tatort U-Bahn: Im Bahnhof Leytonstone im Londoner East End stach ein Mann um sich. Drei Menschen wurden verletzt, einer davon schwer.
Tatort U-Bahn: Im Bahnhof Leytonstone im Londoner East End stach ein Mann um sich. Drei Menschen wurden verletzt, einer davon...Foto: Reuters

Nach der Messerattacke in einer Londoner U-Bahn-Station mit drei Verletzten spricht die britische Polizei von einem Terrorakt. Laut Scotland Yard erlitt eines der Opfer schwere, aber keine lebensbedrohlichen Stichwunden. Der vermutlich 29 Jahre alte Angreifer wurde festgenommen. Medienberichten zufolge rief er bei seiner Tat in der U-Bahn-Station Leytonstone im Londoner Osten: „Das ist für Syrien“. Über weitergehende Hintergründe gab es am Sonntag zunächst keine Informationen.

Nach Polizeiangaben erlitt ein 56-jähriger Mann bei dem Angriff am Samstagabend schwere, aber keine lebensbedrohlichen Verletzungen. Ein weiterer Mann wurde leicht verletzt, eine Frau bedroht, aber nicht verletzt. Während der Attacke setzten einige Passanten ihren Weg fort, andere rannten davon, wie Videoaufnahmen zeigten.

Erst am Donnerstag hatte die Royal Air Force erstmals Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien bombardiert - wenige Stunden nachdem das Parlament in London einer Ausweitung des Kampfeinsatzes zugestimmt hatte. Im Irak fliegt die britische Luftwaffe seit Herbst 2014 Angriffe.

„Du bist kein Muslim, Bruder“

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Angriff in der U-Bahn Samstagabend kurz nach 19.00 Uhr. Der Angreifer habe mehrere Menschen mit einem Messer bedroht. In einigen Medienberichten war von einem „großen Messer oder einer Machete“ die Rede. Die Polizei machte keine genauen Angaben zu der Waffe. Polizeibeamte griffen mit einer Elektroschockpistole ein, überwältigten den Mann und nahmen ihn fest.

In Großbritannien gilt bereits seit längerem erhöhter Terroralarm. „Wir behandeln dies als einen terroristischen Zwischenfall“, erklärte die Polizei zu der Messerattacke. Die Bevölkerung wurde zur Ruhe aufgerufen. „Die Bedrohung durch den Terrorismus bleibt weiterhin hoch, was bedeutet, dass ein terroristischer Angriff sehr wahrscheinlich ist“, erklärte die Polizei.

London, U-Bahnof Leytonstone, Tatort einer Messerattacke mit laut Polizei möglicherweise terroristischem Hintergrund
Die Polizei ermittelt wegen eines "terroristischen Vorfalls".Foto: dpa

Auf Twitter kursierte ein Video, das eine große Blutlache in einem U-Bahn-Eingang zeigte. In anderen mit Mobiltelefonen aufgenommenen Videos ist zu sehen wie der mit einem grauen Oberteil und einer braunen Hose bekleidete Mann mehrere Polizisten bedroht. Auf einem Twitter-Video ist ein Passant zu hören, der dem Täter zuruft: „Du bist kein Muslim, Kumpel“ (engl: You ain't no Muslim, bro“) Viele Nutzer machten sich diesen Satz zu eigen, dies sei die Antwort der Londoner auf den Terror, schrieb etwa der „Independent“.
In der Nacht zum Sonntag war der Verkehr auf einem großen Abschnitt der U-Bahn-Linie Central, an der die Station Leytonstone liegt, unterbrochen. Der U-Bahnhof wurde für die Spurensicherung abgeriegelt.

Cameron hatte bereits seit Längerem Luftangriffe in Syrien angestrebt, jedoch keine Mehrheit dafür hinter sich bringen können. Nach den Anschlägen von Paris am 13. November, bei denen islamistische Attentäter 130 Menschen töteten, änderte sich die Stimmung. In Großbritannien gilt seit August 2014 die zweithöchste von fünf Terrorwarnstufen. Dies bedeutet, dass ein Anschlag als wahrscheinlich gilt.

Vor der Messerattacke hatte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon gesagt, die Angriffe gegen den IS würden "die Straßen Großbritanniens sicherer" machen. Denn die Angriffe würden diejenigen treffen, die Anschläge "auf unser Volk und unsere Verbündeten vorbereiten". Fallon äußerte sich am Samstag vor britischen Soldaten am Luftwaffenstützpunkit Akrotiri in Zypern, von wo aus die britischen Kampfjets Richtung Syrien starten. (AFP, dpa)

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