Politik : London: Streit um Bleiberecht für Flugzeugentführer

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London - Die britische Labour-Regierung hat mit Verärgerung auf ein Gerichtsurteil reagiert, wonach neun Flugzeug- Entführer aus Afghanistan in Großbritannien bleiben dürfen. Innenminister John Reid bezeichnete die Entscheidung am Donnerstag in London als „unerklärlich“. Zugleich will die Regierung prüfen, ob gegen das Urteil des Obersten Gerichtshofs Berufung möglich ist. Das Gericht hatte nach jahrelangem Streit entschieden, dass die Flugzeug-Entführer ein Daueraufenthaltsrecht in Großbritannien haben. Die Männer hatten im Februar 2000 eine Passagiermaschine nach dem Start in Kabul in ihre Gewalt gebracht und zum Flug nach London gezwungen. Die Entführung rechtfertigten sie damit, dass sie keine andere Möglichkeit gesehen hätten, dem damals herrschenden Taliban-Regime zu entkommen. Die Afghanen waren 2001 wegen der Flugzeugentführung verurteilt worden. Sie kamen jedoch wieder frei, als das Urteil 2003 aufgehoben wurde. Die Abschiebung konnten sie unter Hinweis darauf verhindern, dass in Afghanistan ihr Leben bedroht sei. Mehrere Innenminister lehnten es ab, ihnen Flüchtlingsstatus zu gewähren, weil dies Nachahmungstäter ermuntern würde. dpa

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