Loveparade : Duisburg: OB Sauerland wird wohl nicht abgewählt

Die Stadtratsfraktionen von SPD, Linken und FDP haben den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland zum Rücktritt aufgefordert.

von

Duisburg - Auch Angehörige der Opfer des Unglücks auf der Loveparade vor sechs Wochen forderten am Montag bei einer Sondersitzung des Rates, das Stadtoberhaupt solle seine Ämter niederlegen. Dennoch scheint eine Abwahl Sauerlands zurzeit unwahrscheinlich. Formal wird erst in einer weiteren Sondersitzung am nächsten Montag über einen Abwahlantrag gegen Sauerland abgestimmt. Den Antrag haben Abgeordnete von SPD, FDP und Linken eingereicht, allerdings nicht rechtzeitig zur gestrigen Sitzung. Der Antrag, der die Abwahl durch die Bürger einleiten würde, braucht eine Zweidrittelmehrheit, die nur mit den Stimmen der CDU zustande kommt. Sauerlands Fraktion aber scheint hinter dem Bürgermeister zu stehen.

Die CDU-Ratsmitglieder lehnten die Rücktrittsresolution am Montag geschlossen ab. Bislang sei nicht erwiesen, dass die Stadt bei der Genehmigung der Veranstaltung einen Fehler gemacht habe, hieß es aus Fraktionskreisen zur Begründung. Ein Bürgerantrag, der ebenfalls auf die Abwahl Sauerlands zielt, wurde am Montag nicht behandelt. Der Antrag ist nach der Gemeindeordnung nicht zulässig.

Außerdem standen mehrere Anfragen auf der Tagesordnung der Sondersitzung. Die FDP forderte unter anderem die Klärung der Frage, warum die Genehmigung für die Loveparade erst unmittelbar vor der Massenparty vorlag und wer für die Sicherheit im Bereich der beiden Zugangstunnel und der -rampe verantwortlich war. Auch die Linke hatte eine ähnliche Anfrage gestellt. Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Wilhelm Bies, zeigte sich nach der Sitzung zufrieden damit, wie die Stadtverwaltung mit der Anfrage umgegangen sei. „Die Antworten kamen zwar erst zu Beginn der Sitzung, aber sie liegen uns vor. Nun müssen wir prüfen, inwieweit sie weiterführend sind“, sagte Bies. Anna Sauerbrey

Autor

6 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben