Lüneburg : Breites Bündnis demonstriert gegen rechtsextremen Aufmarsch

250 Rechtsextreme wollten am Samstagnachmittag durch Lüneburg marschieren und eine Mahnwache vor einem rechten Szene-Laden halten. Rund 2000 Menschen haben sich an der Gegendemonstration unter dem Motto "Lüneburg ist bunt - gegen Rechtsextremismus und Rassismus" beteiligt.

LüneburgAn dem Protestzug beteiligten sich Vertreter von Gewerkschaften, Kirchen und der Politik. Rund 2000 Polizisten auch aus anderen Bundesländern waren während der Demonstrationen in der Lüneburger Innenstadt eingesetzt. Abseits der großen gegendemonstration stellten sich Kleingruppen den Rechtsextremen direkt in den Weg. So hat eine Sitzblockade von 170 Gegendemonstranten die Route der Rechten blockiert. Der Aufmarsch ist vorzeitig beendet worden.

Gewalttätige Attacken gab es sowohl von Seiten der Rechtsextremen, als auch von linken Autonomen. Es seien Feuerwerkskörper, Schlagwaffen und Reizgas sichergestellt worden, berichtete die Polizei. Insgesamt wurden 190 Strafverfahren eingeleitet. Elf Menschen wurden vorübergehend in Gewahrsam oder festgenommen. Gegen mehrere Rechtsextreme wurde Strafanzeige erstattet. Ihnen wird Landfriedensbruch, Volksverhetzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole vorgeworfen.

In Rostock nahm die Polizei vorübergehend elf junge Linksautonome fest. Sie hatten am Freitagabend einen Laden angegriffen, der Kleidung für die rechte Szene vertreibt, auf Einsatzkräfte Steine geworfen sowie Mülltonnen und Sperrmüll angezündet. Die zehn Männer und eine Frau wurden am Samstag wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen sie wird wegen Verdachts des Landfriedensbruchs ermittelt.

Traditionell finden am Osterwochenende in zahlreichen deutschen Städten Demonstrationen statt. Diese so genannten "Ostermärsche" werden allerdings von Friedensaktivisten organisiert. Im Jahr 2009 sind Veranstaltungen in 70 Städten geplant. Linke Autonome machen dieser Tage hingegen vor allem in Berlin von sich reden. Ein an der Technischen Universität geplanter Anarchie-Kongress wurde kurzfristig verboten und musste ins Kreuzberger Bethanien umziehen. In den vergangenen Nächten wurden zahlreiche Autos in Brand gesteckt und in Gebäuden randaliert. (mm/dpa)

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