Luftangriff : Israel bestätigt Kampfflieger-Attacke auf Syrien

Über einen Luftangriff auf Syrien im September wurde lange geschwiegen. Jetzt gab Israel die gezielte Attacke zu. Der syrische Staatschef beschwichtigt, es sei nur ein ungenutzer Flughafen getroffen worden.

Tel Aviv Fast einen Monat nach dem Angriff israelischer Kampfflugzeuge auf Ziele in Syrien hat Israel die Attacke erstmals öffentlich zugegeben. "Flugzeuge der israelischen Luftwaffe haben vor ungefähr einem Monat einen Angriff gegen Syrien durchgeführt", erklärte ein israelischer Militärsprecher in Tel Aviv. Bislang hatte Israel Berichte über den Angriff am 6. September geleugnet und unter Militärzensur gestellt. Israelische Medien hatten darüber nur unter Berufung auf ausländische Medien berichtet. Der Sprecher nannte allerdings auch heute keine weiteren Details. Es blieb stets unklar, welches Ziel Israel genau bombardiert hatte und mit welchem Erfolg. All diese Einzelheiten stünden weiter unter Militärzensur, hieß es von Seiten der Veranwortlichen in Tel Aviv.

Syrien hatte den Angriff scharf verurteilt, zugleich aber dementiert, dass dabei militärisch genutzte Anlagen getroffen worden seien. In US-Medien war darüber spekuliert worden, dass das israelische Bombardement einem Ziel gegolten habe, das mit einer geheimen nuklearen Zusammenarbeit zwischen Syrien und Nordkorea im Zusammenhang steht. Beide Länder wiesen aufs entschiedenste zurück, dass eine derartige Zusammenarbeit existiert. Der syrische Präsident Baschar al Assad hatte am Montag in einem BBC-Interview erklärt, der Angriff beweise "Israels instinktive Antipathie gegenüber einem Frieden". Syrien behalte sich das Recht auf eine "angemessene Antwort" vor, die nicht unbedingt militärischer Natur sein müsse.

Israel lässt palästinensische Gefangene frei

Al Assad bekräftigte, dass lediglich eine nicht mehr genutzte Militäranlage angegriffen worden sei. Israel schloss indes die Freilassung von 86 palästinensischen Gefangenen ab. 29 Häftlinge wurden in Bussen zum Grenzübergang Eres am nördlichen Ende des Gazastreifens gebracht und dort abgesetzt, wie Augenzeugen berichteten. Als zahlreiche Menschen, die auf die Freigelassenen warteten, auf den Übergang zudrängten, feuerten israelische Soldaten Schüsse ab. Ein palästinensischer Fotograf wurde verletzt.

Am Vortag hatte die israelische Gefängnisverwaltung 57 Gefangene an die Grenze zum Westjordanland gebracht. Die meisten der Freigelassenen gehören der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas an. Mit dieser Geste will ihm Israel im Machtkampf mit der radikalislamischen Hamas politisch den Rücken stärken. Abbas trifft an diesem Mittwoch in Jerusalem erneut mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert zusammen. Die inzwischen regelmäßigen Begegnungen der beiden Spitzenpolitiker dienen der Vorbereitung einer im November geplanten internationalen Nahost-Konferenz. (mit dpa)

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