• Luftschläge gegen syrische Städte: Russische Flotte will in Spanien auftanken: Nato-Partner machen Druck

Luftschläge gegen syrische Städte : Russische Flotte will in Spanien auftanken: Nato-Partner machen Druck

Russlands Luftschläge insbesondere gegen syrische Städte sorgen für Verstimmung im Westen. Nun hat Moskau einen Flugzeugträger ins Mittelmeer geschickt. Ausgerechnet beim Nato-Mitglied Spanien könnten die Schiffe einen Versorgungsstopp einlegen.

Ein Foto aus dem Hafen von Ceuta aus dem Jahre 2002. Hier ein Spanisches Schiff.
Ein Foto aus dem Hafen von Ceuta aus dem Jahre 2002. Hier ein Spanisches Schiff.Foto: dpa

Die mögliche Betankung russischer Kriegsschiffe in der spanischen Exklave Ceuta sorgt bei Nato-Partnern für Empörung. Es wäre äußerst besorgniserregend, wenn ein Nato-Mitglied einen russischen Verband unterstützen würde, „der am Ende möglicherweise syrische Zivilisten bombardiert“, sagte Großbritanniens Verteidigungsminister Michael Fallon bei einem Treffen mit seinen Nato-Kollegen am Mittwoch in Brüssel. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte, die Nato sei besorgt, dass die Flotte helfen könnte, die Luftschläge gegen Aleppo auszuweiten.

Wie Stoltenberg betonte aber auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, es handele sich um eine Entscheidung Spaniens. Sie wies gleichzeitig darauf hin, dass die Verlegung des russischen Flugzeugträgers innerhalb internationaler Gewässer an sich unproblematisch sei. Russland sei allerdings aufgefordert, durch den Einsatz nicht „das Leid und die Verzweiflung der Menschen in Aleppo zu vergrößern“. Russland ist seit rund einem Jahr in dem Bürgerkriegsland aktiv und hilft dabei vor allem Präsident Baschar al-Assad.

Die Nato-Staaten unterstützen im Syrienkrieg Assad-Gegner. Ob die russischen Schiffe tatsächlich in Ceuta auftanken können, sollte sich im Laufe des Tages endgültig entscheiden. Derartige Zugeständnisse würden von Fall zu Fall unter totaler Transparenz entschieden, hieß es weiter. Das berichtete die spanische Nachrichtenagentur efe unter Berufung auf das Außenministerium in Madrid.

Der frühere belgische Regierungschef Guy Verhofstadt, heute Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Europaparlament, hatte bereits am Dienstag auf seiner Facebook-Seite geschrieben: „Es ist skandalös, dass Spanien, ein Mitglied der Nato und der EU, der russischen Kusnezow-Flotte erlauben will, auf spanischem Territorium aufzutanken und technische Unterstützung zu erhalten.“ Spanien habe schließlich erst in der vergangenen Woche eine Erklärung des Europarates unterzeichnet, in dem Russland Kriegsverbrechen gegen Zivilisten in Aleppo vorgeworfen würden. (dpa)

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