Luftzwischenfall : Russland und Georgien streiten über angeblichen Flugzeugabschuss

Neuer Streit um eine Luftraumverletzung zwischen Georgien und Russland: Georgien hat nach eigenen Angaben auf ein russisches Flugzeug gefeuert und es möglicherweise zum Absturz gebracht.

MoskauDie russische Regierung wies georgische Vorwürfe wegen eines angeblich neuen Luftzwischenfalls zurück. Nach georgischer Darstellung war ein russisches Flugzeug am Dienstagabend in georgischen Luftraum eingedrungen und dort abgeschossen worden. Die Maschine soll nach unbestätigten Berichten an der Grenze zur abtrünnigen Region Abchasien abgestürzt sein. Ein Sprecher der russischen Luftwaffe wies diese Darstellung nach Angaben der Agentur Itar-Tass zurück. Das georgische Innenministerium entsandte heute eine Untersuchungskommission in die Region.

Anwohner hatten dem georgischen Fernsehsender "Rustawi-2" gestren vom Absturz der Maschine berichtet. Wegen schlechten Wetters habe man noch nicht bis zum mutmaßlichen Unglücksort im Kodori-Tal vordringen können. In dem Tal sei aber ein Brand zu sehen gewesen.

Russische Luftwaffe: Keine Flugzeuge in der Gegend unterwegs

Georgien und Abchasien kontrollieren beide jeweils einen Teil des Tals, durch das die Waffenstillstandslinie verläuft. Die russische Luftwaffe erklärte, zum fraglichen Zeitpunkt seien keine russischen Flugzeuge in der Gegend unterwegs gewesen.

Georgien hatte das Nachbarland bereits vor einigen Tagen beschuldigt, den Luftraum an der Grenze zur abtrünnigen Republik Abchasien verletzt zu haben. Tiflis warf Moskau vor, am Dienstag mit einem Flugzeug in 4000 Metern Höhe in den georgischen Luftraum eingedrungen zu sein. Moskau und Tiflis streiten seit Wochen über den Einschlag einer Anti-Radar-Rakete am 6. August in der Nähe der abtrünnigen Region Südossetien. (mit dpa)

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