Politik : Macht der Kinder

Deike Diening

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Kinder gelten in Deutschland ja nicht unbedingt als förderlich für die Karriere. Doch manchmal lassen sie sich sogar in eine Bundestagsdebatte – wie sagt der Parlamentarier? – „zielführend“ einbringen. Am Donnerstag ging es im Parlament um Alcopops, von denen Umfragen berichten, sie seien das Lieblingsgetränk der 14- bis 17-Jährigen. Wie kann man beurteilen, wie gefährlich diese Klebewasser wirklich sind?

Sie habe vier Kinder, legt Ingrid Arndt-Brauer von der SPD gleich mächtig vor. Die brächten die Alcopops natürlich nicht mit nach Hause. Und die Spirituosen seien derart vermischt – eine Fahne würde sie nicht riechen. Dazu muss man wissen, dass Arndt-Brauer die Sondersteuer auf die Alcopops wirklich sehr will.

Im Gegensatz zu Ingrid Fischbach von der CDU. „Also, ich rieche das bei meinen Kindern“, behauptet diese zwei Redebeiträge später. „Ich habe nämlich noch ein bisschen Kontakt mit ihnen!“ Rabenmutter!, schwingt da mit. „Bei Wodka riechste nichts“, sagt Reinhard Schultz. Also er habe da selbst einen Elfjährigen. Bei Bier allerdings, „da kannste reinkippen, was du willst, die Fahne kommt bestimmt. Bitter ist es auch immer.“ Also sei es richtig mit dem Gesetz, das nur die branntweinhaltigen Getränke besteuert. Wir ahnen: Schultz ist von der SPD und schwer dafür.

Ist es Zufall, dass die Bundestagseltern mit ihren Bundestagskindern die Erfahrungen machten, die ihre Sache unterstützen? War die Debatte in Sachen Alcopops auch ein Wettstreit der Wahrnehmungsfähigkeit der Eltern? So als parteiübergreifender Subtext der Mütter und Väter. Vielleicht war auch nur jedes Mittel recht.

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