Machtteilung : Simbabwes Konfliktparteien unterzeichnen gemeinsames Abkommen

Robert Mugabes Machtmonopol ist beendet: Die langjährigen politischen Rivalen in Simbabwe, Mugabe und Tsvangirai, haben am Montag ein Abkommen zur Bildung einer gemeinsamen Regierung unterzeichnet - und Simbabwe somit den Weg in eine hoffentlich neue Ära geebnet.

Mugabe
Robert Mugabe. -Foto: dpa

HarareEin halbes Jahr nach den Parlamentswahlen in Simbabwe haben die Konfliktparteien in Harare ein Abkommen über eine Machtteilung unterzeichnet. Präsident Robert Mugabe und der bisherige Oppositionsführer Morgan Tsvangirai unterzeichneten die Vereinbarung in Gegenwart afrikanischer Staats- und Regierungschefs. Die neue Regierung soll nach Medienberichten 31 Minister umfassen, von denen 15 an die Zanu-Partei des bisher autoritär regierenden Präsidenten Mugabes gehen. Weitere 13 Posten erhält die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) Tsvangirais - der Rest geht an die MDC- Splitterpartei von Arthur Mutambara, der am Montag ebenfalls unterzeichnete.

EU will Sanktionen nicht verschärfen

Das Abkommen beendet Mugabes 28-jähriges Machtmonopol und soll die tiefe Krise des einstigen afrikanischen Modellstaates beenden. Der 84-jährige Mugabe bleibt zwar weiter Staatschef, wird die Macht aber mit Tsvangirai als Regierungschef teilen.

Die Europäische Union hatte bereits angekündigt, angesichts der politischen Fortschritte in Simbabwe ihre Sanktionen vorerst nicht zu verschärfen.

Nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im März war das Land in Chaos und Gewalt versunken, weil Tsvangirais oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) den Sieg bei beiden Wahlen für sich beanspruchte, Mugabe seine Niederlage aber nicht eingestehen wollte. Am schließlich einberufenen zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahlen im Juni nahm Tsvangirai wegen massiver Einschüchterung seiner Anhänger nicht mehr teil. Simbabwe liegt wirtschaftlich völlig am Boden, die Inflation ist die höchste der Welt. (sba/dpa/AFP)

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