Machtübernahme : Putschführer in Guinea ernennt sich zum Präsidenten

Der Anführer der Putschisten in Guinea, Hauptmann Moussa Dadis Camara, hat sich selbst zum Präsidenten des westafrikanischen Landes ausgerufen. In der Hauptstadt Conakry feiern seine Anhänger auf den Straßen.

ConakryUngeachtet der internationalen Kritik hat der Chef der Putschisten in Guinea seinen Machtanspruch bekräftigt. Er sei der Vorsitzende der neuen Junta und Präsident der westafrikanischen Republik, sagte Hauptmann Moussa Dadis Camara am Mittwochabend bei seinem ersten Auftritt vor der Presse in Conakry. Die große Unterstützung, die er gerade erst erfahren habe, "spricht für sich selbst", versicherte Camara bei der Pressekonferenz im Armeelager Alfa Yaya, dem größten Militärstützpunkt im Land. Kurz zuvor waren hunderte aufständische Militärs durch die Straßen der Hauptstadt gezogen und hatten ihren "Sieg" gefeiert.

Teile des Militärs unter der Führung des Hauptmanns hatten am Dienstag, nur wenige Stunden nach dem Tod des langjährigen Staatschefs Lansana Conté einen Putschversuch unternommen. Auch einen Tag später blieb die Lage unklar: Während die Putschisten versicherten, die Macht im Land übernommen zu haben und für Ende Dezember 2010 freie Wahlen versprachen, erklärte Ministerpräsident Ahmed Tidiane Souaré, seine Regierung sei weiter im Amt. Unklar war auch, wie groß der tatsächliche Rückhalt der Putschisten innerhalb des Militärs ist.

Die Afrikanische Union verurteilte die Machtübernahme durch das Militär. Sie drohte nach einer Dringlichkeitssitzung mit "strikten Sanktionen", sollten sich die Putschisten durchsetzen. Die USA drohten mit einer Aussetzung ihrer Entwicklungshilfe, sollte die Macht nicht "so schnell wie möglich" in die Hände einer Zivilregierung zurückgegeben werden. Auch Kanada verurteilte den Putschversuch. Außenminister Lawrence Cannon rief alle Seiten zur Respektierung der Verfassung auf. (feh/dpa/AFP)

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