Machtwechsel in Kairo : Staatsanwaltschaft in Ägypten prüft Anklage gegen Mursi

Die Gespräche zur Bildung einer Übergangsregierung unter dem neuen Ministerpräsidenten Beblawi dauern an. Die Generalstaatsanwaltschaft prüft derweil mehrere Klagen gegen Ex-Präsident Mursi.

Die Generalstaatsanwaltschaft von Ägypten prüft mehrere Klagen gegen Ex-Präsident Mursi.
Die Generalstaatsanwaltschaft von Ägypten prüft mehrere Klagen gegen Ex-Präsident Mursi.Foto: Reuters

Ägyptens Ministerpräsident Hasem Beblawi hat Gespräche zur Bildung einer Übergangsregierung aufgenommen. Beblawi wollte nach eigener Aussage die am Samstag begonnenen Telefonate mit den möglichen Kabinettsmitgliedern am Sonntag fortsetzen. Beblawi äußerte die Hoffnung, bis Dienstag oder Mittwoch eine Regierung zu bilden. Als seine Prioritäten nannte er die Wiederherstellung der Sicherheit, die Sicherung der Grundversorgung und die Vorbereitung von Parlaments- und Präsidentenwahlen.

Die Nachrichtenagentur MENA berichtete unter Berufung auf offizielle Quellen, Innenminister Mohammed Ibrahim und Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisi, der nach der Absetzung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch die Armee als neuer starker Mann des Landes erscheint, würden ihre Posten behalten. Der für auswärtige Angelegenheiten zuständige Vize-Präsident Mohamed ElBaradei ebenso wie der Ökonom Siad Bahaa Eldin nahmen an den Beratungen teil.

Am Samstag verlautete aus Justizkreisen, der neue Generalstaatsanwalt prüfe mehrere Klagen von Privatpersonen gegen Mursi und Mitglieder der Muslimbruderschaft wegen Spionage, Aufruf zum Mord an Demonstranten und wirtschaftlichem Missmanagement. Die Prüfung könnte letztlich zu einer offiziellen Anklage führen. Mursi befindet sich seit seinem Sturz am 3. Juli nach Angaben der Armee „an einem sicheren Ort“. Am Freitag riefen Berlin und Washington zu seiner Freilassung auf.

Die neue Führung zeigte sich trotz anhaltender Massenproteste von Mursis Anhängern entschlossen, mit der Bildung einer neuen Regierung weiterzumachen. Am Freitag hatten vor der Rabaa al-Adawija Moschee in Kairo zehntausende Anhänger der Islamisten für die Wiedereinsetzung des ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes demonstriert. Sie kündigten an, am Montag die Proteste fortzusetzen. Geplant war ein Marsch zum Hauptquartier der Republikanischen Garde, wo es letzten Montag schwere Zusammenstöße gegeben hatte. (AFP)

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