Madagaskar : Mindestens 15 Tote bei Schüssen auf Demonstranten

Bei Protesten gegen den madegassischen Präsidenten Marc Ravalomanana wurden am Samstag mindestens 15 Menschen getötet und 300 weitere verletzt. Sicherheitskräfte schossen in die aufgebrachte Menge. Damit steigt die Zahl der toten Demonstranten auf 68.

Madagaskar
Panisch versuchen die Demonstranten den Schüssen auszuweichen. -Foto: AFP

AntananarivoAuf der Tropeninsel Madagaskar haben Soldaten nach einer Kundgebung in der Hauptstadt Antananarivo das Feuer auf Demonstranten eröffnet und mindestens 15 Menschen getötet. Die Proteste richteten sich gegen den madegassischen Präsidenten Marc Ravalomanana. Anhänger des Oppositionsführers Andry Rajoelina zogen vor eines der Präsidentenbüros, wo sie von Sicherheitskräften mit scharfer Munition beschossen wurden. Berichten des TV-Senders MATV zufolge wurden dabei am Samstag 300 weitere Menschen schwer verletzt. In den vergangenen Tagen waren in Antananarivo bei mehreren Kundgebungen 68 Menschen getötet worden.

Vor der Eskalation am Samstag war Rajoelina bei einer Kundgebung vor rund 20.000 Anhängern zum Chef einer selbst gegründeten "Obersten Behörde für den Übergang" erklärt worden. Ziel des Gremiums soll die Vertreibung Ravalomananas aus dem Präsidentenamt sein.

Mit der Absetzung Rajoelinas als Bürgermeister von Antananarivo hatte der Machtkampf in Madagaskar in der vergangenen Woche einen neuen Höhepunkt erreicht. Der 34-Jährige hatte sich zuvor zum neuen Machthaber der Insel erklärt und einen Antrag auf Absetzung des Präsidenten beim Parlament eingereicht. Rajoelina wirft der bisherigen Regierung vor, den Reichtum des Landes an ausländische Firmen zu verschleudern. (jg/dpa/AFP)

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