Politik : Madrid schiebt Illegale ab

Marokko soll Einwanderer aus Afrika wieder aufnehmen

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Madrid (dpa). Spanien will Tausende von illegalen afrikanischen Einwanderern nach Marokko abschieben. Die Regierungen in Madrid und Rabat kamen nach spanischen Presseberichten vom Dienstag überein, ein Abkommen aus dem Jahr 1992 über die Rückführung illegaler Immigranten wieder in Kraft zu setzen. In der Vereinbarung hatte sich das nordafrikanische Land verpflichtet, alle Insassen von Flüchtlingsbooten, die illegal von Marokko nach Spanien gelangen, wieder aufzunehmen.

In der Praxis erlaubt Marokko den Spaniern bisher jedoch nur die Rückführung illegaler marokkanischer Immigranten. Die Afrikaner aus Staaten wie Nigeria, Sierra Leone oder Mali bleiben dagegen in den meisten Fällen in Spanien. Eine Rückführung in die Heimatländer ist für Spanien sehr kostenaufwändig. Zudem haben die Afrikaner häufig ihre Reisepässe vernichtet, so dass der jeweilige Herkunftsstaat nicht feststellbar ist.

Im vorigen Jahr gelangten mehr als 16 000 Menschen von Marokko aus mit Booten illegal an die Küste Südspaniens oder auf die Kanarischen Inseln. Davon stammte die eine Hälfte aus Marokko und die andere aus Staaten südlich der Sahara.

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