Madrider Terroranschläge : Hauptangeklagte verweigern Vernehmung

Im Prozess um die Terroranschläge vom 11. März 2004 in Madrid hat auch der zweite Angeklagte alle Vorwürfe zurückgewiesen. Für die sieben Hauptangeklagten fordert die Staatsanwaltschaft jeweils fast 40.000 Jahre Haft.

Madrid - Der Marokkaner Youssef Belhadj bestritt jegliche Verbindung zum Terrornetz al Qaida und erklärte, er verurteile jede Form von Gewalt. Gegenüber der Staatsanwaltschaft und der Nebenanklage verweigerte der 30-Jährige die Aussage. Er antwortete nur auf die Fragen seines Pflichtverteidigers.

Belhadj gilt als einer der Anführer des Terrornetzes al Qaida in Europa. Die Anklage wirft ihm zudem vor, einer der Ideologen der Anschläge auf vier Pendlerzüge gewesen zu sein, bei denen in der spanischen Hauptstadt 191 Menschen getötet und mehr als 1800 weitere verletzt worden waren. Belhadj war Anfang 2005 in Belgien festgenommen und dann an Spanien ausgeliefert worden.

Angeklagte lehnen Vernehmung ab

Zum Auftakt des Prozesses um die blutigsten Terrorakte in der jüngeren Geschichte Spaniens hatte am Donnerstag auch der erste Hauptangeklagte eine Vernehmung durch Staatsanwaltschaft und Nebenkläger abgelehnt. Der Ägypter Rabei Osman al Sayed antwortete ebenfalls nur auf die Fragen seines Pflichtverteidigers. Der 35- jährige mutmaßliche Anstifter der Attentate wies alle Vorwürfe zurück und stritt jegliche Verbindung zu al Qaida ab. In dem Prozess müssen sich insgesamt 29 Beschuldigte verantworten. (tso/dpa)

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