Politik : Madrider Terroristen planten auch Anschlag in New York

Ralph Schulze

Madrid - Die islamistischen Terroristen, die vor einem Jahr mehrere Bomben in Madrid zündeten, hatten offenbar auch einen Anschlag auf den New Yorker Hauptbahnhof geplant. Wie erst jetzt bekannt wurde, fand die spanische Polizei bei einem der Madrider Tatverdächtigen eine Computerdiskette mit Hinweisen auf einen entsprechenden Attentatsplan. Die spanische Zeitung „El Mundo“ berichtete, dass sich auf der Diskette Skizzen, Notizen und technische Angaben befanden über die Grand Central Station in Manhattan, im Herzen New Yorks.

Die Diskette war bereits kurz nach dem Madrider Anschlag, bei dem am 11. März 2004 191 Menschen starben und mehr als 1500 verletzt wurden, bei einem der mutmaßlichen Terroristen names Mouhannad Almallah gefunden worden. Almallah ist ein 41-jähriger gebürtiger Syrer, der in Madrid als Tatverdächtiger wenige Tage nach dem verheerenden Anschlag festgenommen worden war. Der Syrer stand offenbar auch in Kontakt mit jener islamistischen Terrorzelle, die Ende 2001 in Spanien zerschlagen worden war und der vorgeworfen wird, an der Vorbereitung des Terrors vom 11. September 2001 in New York und Washington mitgewirkt zu haben.

Ein Bruder von Almallah mit dem Vornamen Moutaz wird zudem verdächtigt, eine wichtige Figur innerhalb der Terrorgruppe Al Qaida zu sein. Den Ermittlungen zufolge könnte Moutaz Almallah einer der Mittelsmänner zwischen der Madrider Terrorzelle und der Al-Qaida-Führung gewesen sein. Der Mann flüchtete im Jahr 2002 aus Spanien. Nach dem 11. März 2004 hatte die spanische Polizei zahlreiche Querverbindungen zwischen den Madrider Terroristen und Terrorkommandos in anderen europäischen Ländern und auch auf anderen Kontinenten aufgedeckt.

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