Politik : Madrids neue Bürgermeisterin: vornehm und erzkonservativ

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Madrid - Wer es gut mit ihr meint, nennt Ana Botella die „Hillary Clinton Spaniens“. Die Ehefrau des Ex-Ministerpräsidenten José María Aznar macht ebenso wie die des früheren US-Präsidenten Bill Clinton in der Politik Karriere. Die 58-Jährige wurde am Dienstag zur Bürgermeisterin von Madrid gewählt. Sie ist das erste weibliche Oberhaupt in der Geschichte der spanischen Hauptstadt.

Aber in Spanien meinen es längst nicht alle gut mit der konservativen Politikerin. Es herrscht eine gewisse Skepsis, ob Botella die richtige Wahl für das Bürgermeisteramt ist. Die Zweifel reichen bis in die Volkspartei (PP) hinein, der das Stadtoberhaupt angehört. Botella gilt als der Prototyp einer vornehmen „Señora“ und – ebenso wie Aznar – als Aushängeschild des erzkonservativen Flügels der PP.

Unvergessen sind in Spanien ihre Worte, mit denen sie ihre Ablehnung der – von den Sozialisten (PSOE) eingeführten – Homo-Ehe deutlich machte: „Die Ehe von Homosexuellen wird nie dasselbe sein wie die Ehe von Mann und Frau, ebenso wie ein Apfel und eine Birne nicht dasselbe sein können wie zwei Äpfel.“ Dagegen hatte ihr Vorgänger Alberto Ruiz Gallardón selbst ein Homosexuellen-Paar getraut, obwohl seine Partei die Homo-Ehe ablehnt.

Der bisherige Bürgermeister steht in der PP für den modernen und liberalen Flügel. Er gewann für die Konservativen bei Wahlen komfortable Mehrheiten in Madrid, weil er den Sozialisten viele Wähler in der politischen Mitte abspenstig machte. Ruiz Gallardón gab sein Amt ab, nachdem Spaniens neuer Ministerpräsident Mariano Rajoy ihn zum Justizminister ernannt hatte.

Mit Botella als Bürgermeisterin macht die PSOE sich nun Hoffnungen, nach mehr als zwei Jahrzehnten in der Hauptstadt mal wieder eine Kommunalwahl gewinnen zu können. Zumal Botellas Bilanz in der Madrider Stadtregierung nicht gerade von Glanz geprägt ist. Sie war bislang für die Umweltpolitik zuständig und konnte nicht verhindern, dass Madrid bei der Luftverschmutzung Grenzwerte der EU überschreitet. Um ihr Amt ist die neue Bürgermeisterin kaum zu beneiden. Der Vorgänger hatte einen Hang zu großen und teuren Projekten. Die Schulden der Stadt stiegen in seiner achtjährigen Amtszeit um das Fünffache auf zeitweise bis zu sieben Milliarden Euro. dpa

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