Magdeburg : "Thor Steinar"-Laden muss schließen

Vor zwei Wochen hat ein Gericht die Räumung des Berliner "Thor Steinar"-Ladens verfügt. Nun muss auch in Magdeburg ein Geschäft schließen, das die bei Rechtsextremen beliebte Marke vertreibt.

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Magdeburger "Thor Steinar"-Laden" im Hundertwasserhaus -Foto: ddp

NaumburgDer Laden Narvik im Magdeburger Hundertwasserhaus, in dem Bekleidung der bei Rechtsextremen beliebten Marke Thor Steinar angeboten wird, muss ausziehen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Naumburg entschieden. Das OLG wies die Berufung des Mieters gegen ein Urteil des Landgerichts Magdeburg zurück, das die Räumung des Ladens angeordnet hatte.

Die Richter bestätigten die Position des Vermieters, der sich vom Ladenbetreiber arglistig getäuscht fühlt. Der Geschäftsmann hätte demnach auch ohne explizite Nachfrage mitteilen müssen, dass er Bekleidung der umstrittenen Marke verkaufen wolle. In einer Sortimentsliste sei die Markenbezeichnung die Marke Thor Steinar aber nicht aufgetaucht, obwohl der Laden nahezu ausschließlich Kleidung dieser Marke anbiete. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

In Berlin war der Inhaber des "Thor Steinar“-Ladens Protex vor zwei Wochen von einer Zivilkammer des Landgerichts zur Räumung des Geschäfts verurteilt worden. In Hamburg wurde Anfang Oktober nach Protesten und gewaltsamen Auseinandersetzungen ein gleicher Laden geschlossen. In Leipzig soll am 13. November am Landgericht eine Entscheidung über eine mögliche Schließung eines Ladens der Bekleidungsmarke Thor Steinar fallen. (sf/dpa/ddp)

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