MAGNA : Neuer Deal in Sicht

Nach der gescheiterten Übernahme von Opel bahnt sich bei Magna erneut ein Großdeal an: Dabei geht es um das Familienunternehmen Getrag in Untergruppenbach (Baden-Württemberg), Europas größten Getriebehersteller. Getrag, verlautete vor kurzer Zeit aus dem Unternehmen, prüfe mehrere Optionen für eine strategische Partnerschaft. Sollte sich dies als sinnvoll erweisen, werde das Unternehmen „zu gegebener Zeit eine Entscheidung treffen“, hieß es aus der Firmenzentrale. Die Getrag leidet derzeit unter der Auto-Absatzkrise, der Umsatz brach zuletzt um 25 Prozent ein. Das Unternehmen hatte 2008 mit einem Auftrag des US-Autobauers Chrysler Schiffbruch erlitten. Rund 500 von knapp 13 500 Stellen sollten abgebaut werden. Auch Ford wird Interesse an dem Familienunternehmen nachgesagt, das rund 2,6 Milliarden Euro im Jahr umsetzt. Für Magna könnte Getrag interessant sein, weil die Schwaben bei den immer stärker nachgefragten Doppelkupplungsgetrieben die Nase vorn haben. Diese Getriebeart gilt als innovativ und spritsparend; denkbar ist auch eine Verzahnung mit den neuen Elektroautoaktivitäten von Magna. Dem Vernehmen nach laufen die Verhandlungen zwischen Magna und Getrag über Herbert Demel, der im Reich von Magna-Boss Frank Stronach eigentlich als neuer Opel-Chef vorgesehen war. Demel ist offenbar bereits mit dem Getrag-Eigentümer Tobias Hagenmeyer zusammengetroffen. Der Getriebehersteller könnte für Magna auch wegen des zuletzt vernachlässigten US-Marktes interessant sein. Die Schwaben haben in den USA mit Chrysler ein Getriebewerk hochgezogen, der Autobauer hat sich inzwischen aber aus dem Projekt zurückgezogen und Getrag auf den hohen Investitionskosten sitzen gelassen. Magna selbst beschäftigt nach eigenen Angaben 72 000 Mitarbeiter in 240 Produktionsanlagen und 85 Produktentwicklungs-, Technologie- und Vertriebszentren in 25 Ländern. Tsp

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