Politik : Mahler weist Vorwurf der Stasi-Mitarbeit zurück

Foto: dapd
Foto: dapdFoto: dapd

Berlin - Der inhaftierte Rechtsextremist Horst Mahler, ehemals Terrorist der Roten Armee Fraktion, bestreitet die Vorwürfe, er sei für die DDR-Staatssicherheit als Spitzel tätig gewesen. Er habe „zu keinem Zeitpunkt“ mit der Stasi zusammengearbeitet, teilte Mahler jetzt schriftlich dem Journalisten Uwe Soukup mit. Soukup hatte für den Tagesspiegel mit dem ehemaligen Anwalt, der in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel eine längere Haftstrafe wegen Volksverhetzung verbüßt, Kontakt aufgenommen.

Am Wochenende hatte „Bild am Sonntag“ gemeldet, aus einem „vertraulichen Bericht“ der Berliner Generalstaatsanwaltschaft gehe hervor, die Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit habe Mahler von 1967 bis 1970 als Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) geführt. Diese Erkenntnisse soll die Behörde bei den Ermittlungen gegen den Ex-Polizisten Karl-Heinz Kurras gewonnen haben, der am 2. Juni 1967 in West-Berlin den Studenten Benno Ohnesorg erschossen hatte.

Auf Soukups Frage, ob die Stasi versucht habe, an ihn heranzukommen, betonte Mahler: „Ich habe nichts dergleichen beobachtet.“ Es sei ihm nach dem Zusammenbruch der DDR bekannt geworden, dass sein „engster politischer Freund in damaliger Zeit“ ein Doppelagent war. Mit dem Freund ist der im Jahr 2003 gestorbene Journalist Walter Barthel gemeint, der in den 1960er Jahren für die Stasi und den Verfassungsschutz tätig gewesen sein soll.

Mahler dementierte auch Berichte, er habe eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit zugegeben: „Es gab nichts zu gestehen.“ Am Montag hatte zudem die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitgeteilt, bei den Ermittlungen im Fall Ohnesorg habe man „keine Erkenntnisse dahingehend erlangt, dass Horst Mahler als Inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR tätig war“. In Sicherheitskreisen war lediglich zu hören, Mahler sei bei der Stasi „gelistet“ worden. Als was, bleibt unklar. Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar