Mali-Einsatz : Franzosen wollen 100 Kilometer pro Woche vorrücken

Französische und malische Truppen sind weiter auf dem Vormarsch - und versuchen nun, auch den Norden des Landes zu befreien. Deutschland kündigt weitere finanzielle Hilfen an, lehnt die Entsendung von Kampftruppen aber ab.

Französische und malische Truppen sind bis Nord-Mali vorgedrungen.
Französische und malische Truppen sind bis Nord-Mali vorgedrungen.Foto: dpa

Malische und französische Truppen haben im Kampf gegen islamistische Rebellen ihre Offensive in Richtung Nord-Mali weiter fortgesetzt. Ziel ist es, die gesamte Region aus den Händen der seit Monaten in weiten Landesteilen wütenden Extremisten zu befreien. „Wir planen, jede Woche rund 100 Kilometer weiter vorzurücken“, sagte ein Militärsprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. In den vergangenen Tagen hatte die Armee mit Unterstützung aus Paris bereits die wichtigen Städte Diabali, Douentza und Kona in der Landesmitte zurückerobert. Derzeit bewegten sich die Soldaten auf Hombori zu, erklärte der Sprecher. Der nordöstlich von Kona liegende Ort ist ebenfalls in Islamistenhänden. Luftangriffe seien momentan nicht im Gange.

Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hatte bereits die Uno um Hilfe beim Kampfeinsatz in Mali gebeten. In der gemeinsamen Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsident Francois Hollande anlässlich der 50 Jahres-Feier zum Elysée-Vertrag in Berlin bestätigte Merkel die finanzielle Unterstützung des Einsatzes in Mali ausweiten zu wollen, lehnte aber die Entsendung von Kampftruppen nach Afrika weiterhin ab. Merkel (CDU) würdigte den französischen Einsatz gegen die Terroristen im Norden Malis. „Dies ist eine Aufgabe, die uns allen in Europa und in der Welt hilft.“ Die Verteidigungsminister Deutschlands und Frankreichs stünden in engem Kontakt über die Frage einer möglichen weiteren Unterstützung.

Die Krise in Mali in Bildern
Ein Handout der französischen Armee, zur Verfügung gestellt vom French Army Communications Audiovisual office (ECPAD), zeigt einen französischen und einen malischen Soldaten im Gespräch, während der Militäroperation "Serval" in Diabali, Mali.Weitere Bilder anzeigen
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24.01.2013 15:12Ein Handout der französischen Armee, zur Verfügung gestellt vom French Army Communications Audiovisual office (ECPAD), zeigt einen...

Deutschland wisse, „dass das eine schwierige militärische Mission ist, die Frankreich im Augenblick erfüllt, für uns alle“, sagte Merkel. Auf die Frage, ob die deutsch-französische Brigade in Mali zum Einsatz kommen könne, sagte sie, dafür gebe es keine konkreten Pläne. Merkel ergänzte: „Vom Grundsatz her ist das möglich, für Mali sehe ich das nicht.“ Deutschland will sich auch an einer EU-Ausbildungsmission für die in Mali eingesetzten Soldaten beteiligen. Weitere Details sollen nächste Woche bei einer internationalen Geberkonferenz besprochen werden.

Hollande würdigte die deutsche Unterstützung mit zwei Transall-Flugzeugen der Bundeswehr zum Transport afrikanischer Truppen nach Mali. Merkel und die Bundesregierung hätten sofort nach der Entscheidung Frankreichs über den Mali-Einsatz politische Solidarität gezeigt und materielle Hilfe geleistet. „Ich hatte nie Zweifel, dass Deutschland sich politisch solidarisch zeigen würde und die anderen europäischen Länder“, sagte Hollande.

Zuvor hatte der Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) gesagt, dass dass die Entsendung von zwei Transall-Flugzeugen „sicher nicht“ ausreichend sei. Indes kritisierte der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Stinner, Lammert (CDU). Er weise „die Mär, dass wir überall Mitfahrer sind und keinen Beitrag leisten“, zurück, sagte Stinner der „Süddeutschen Zeitung“.

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