Politik : Mali: Entführer nennen Bedingungen

Ralph Schulze

Madrid - Die islamistischen Entführer der vier europäischen Saharageiseln wollen offenbar zwei inhaftierte Al-Qaida- Terroristen freipressen. Aus Regierungskreisen in Mali heißt es, die Kidnapper forderten, dass zwei ihrer Gesinnungsgenossen auf freien Fuß gesetzt werden, die in Mauretanien im Gefängnis sitzen. Die nordafrikanische Terrorbewegung „Al Qaida im islamischen Maghreb“ hatte sich zu der Entführung von zwei Schweizern, einer Deutschen, einem Briten und zwei Kanadiern bekannt. Die westlichen Regierungen äußerten sich nicht zu den angeblichen Forderungen.

Bereits bei der Entführung von zwei Österreichern vor einem Jahr hatte der nordafrikanische Al-Qaida-Flügel die Freilassung von Gesinnungsgenossen gefordert. Nach Angaben der größten algerischen Tageszeitung „Echorouk“ waren damals zwei Al-Qaida-Extremisten aus mauretanischen Gefängnissen freigelassen worden, wo insgesamt etwa 30 mutmaßliche Al-Qaida-Mitglieder einsitzen. Drei von ihnen werden beschuldigt, Ende 2007 in Mauretanien vier französische Touristen ermordet zu haben. Daraufhin war die legendäre Rallye Paris-Dakar im Januar 2008 abgesagt worden. Zudem sei für die Österreicher, die erst nach acht Monaten Geiselhaft in der Wüste freikamen, ein millionenschweres Lösegeld gezahlt worden. Die Sicherheitsbehörden hatten dies dementiert.

Die Entführer werden wieder in der unübersichtlichen Wüstenregion im Norden Malis vermutet. Dort bieten zerklüftete Bergzüge und Höhlen Schutz vor westlichen Spionagesatelliten, mit denen dieses Rückzugsgebiet Al Qaidas überwacht wird. Die Geiselnehmer, die mit Jeeps und Satellitenfunk ausgestattet sind, wechseln regelmäßig nachts ihren Aufenthaltsort. Da militärische Befreiungsaktionen in der Wüste als sehr schwierig gelten, setzt der Westen vor allem auf Vermittler. Ralph Schulze

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