Mali : Entführte deutsche Rentnerin ist wieder frei

Drei Monate nach ihrer Verschleppung ist die in Mali entführte deutsche Rentnerin wieder auf freiem Fuß. Auch für drei weitere Urlauber ist das Geiseldrama zu Ende.

Berlin/New York/BernVier von Islamisten in Westafrika verschleppte westliche Geiseln sind am Mittwoch freigelassen worden, darunter eine 77 Jahre alte deutsche Rentnerin. Sie war am 22. Januar zusammen mit drei weiteren Urlaubern aus der Schweiz und Großbritannien in der Grenzregion zwischen Mali und Niger entführt worden. Zu der Tat hatte sich der nordafrikanische Arm des Terrornetzwerks Al Qaida bekannt. Auch eine Schweizerin aus der Gruppe kam frei. Außerdem wurden zwei kanadische UN-Diplomaten, die im Dezember von Terroristen in Niger verschleppt worden waren, freigelassen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die Freilassung. Er sei den Behörden in Burkina Faso, Mali und Niger dankbar für ihre Vermittlungsbemühungen, erklärte eine UN-Sprecherin in der Nacht zum Donnerstag in New York.

Wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin mitteilte, wurde die pensionierte Lehrerin aus Darmstadt am Mittwochabend auf freien Fuß gesetzt. Die Rentnerin befinde sich in der Obhut von malischen Regierungsstellen und sei gezeichnet von den Strapazen der Verschleppung. Sie werde medizinisch betreut, teilte Steinmeier mit. "Ich bin sehr froh und erleichtert, dass die in Mali verschleppte deutsche Staatsangehörige wieder in Freiheit ist." Er danke besonders dem malischen Präsidenten Amadou Toumani Touré, mit dem man eng bei der Lösung des Geiseldramas zusammengearbeitet habe.

Zwei Geiseln bleiben inhaftiert

Die Regierung in Bern bestätigte die Freilassung der entführten Schweizerin. Die Schweiz sei sehr erleichtert über die Freilassung der Frau, hieß es laut der Nachrichtenagentur SDA in einer Mitteilung des Schweizer Außenministeriums.

Der Mann der Schweizerin und ein mit den Urlaubern entführter Brite befinden sich offensichtlich noch in den Händen der Entführer. Die Urlaubergruppe war bei der Rückfahrt von einem Tuareg-Kulturfest in Mali verschleppt worden. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" vom Februar soll sich die deutsche Geisel in der Wüste einen Arm gebrochen haben.

Kanadier kamen im Norden Malis frei

Die Entführer hatten gefordert, inhaftierte Terroristen im Austausch für die Geiseln freizulassen. Die Region gilt als äußerst unsicher. In den Reisewarnungen des Außenamtes heißt es, in den nordafrikanischen und den südlich der Sahara gelegenen Ländern wachse die Gefahr des islamistischen Terrorismus. Das AA rät von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara dringend ab. Al Qaida suche in der Region gezielt nach Ausländern für Entführungen.

Das Auswärtige Amt in Berlin hatte sich nicht zu der Al-Qaida- Forderung und zu einem "Spiegel"-Bericht geäußert, der Krisenstab verhandele über Mittelsmänner mit Al-Qaida-Terroristen. Das Außenministerium betonte auf Anfragen wie bei Geiselnahmen üblich jeweils nur, der Krisenstab arbeite intensiv an einer Lösung.

Bei den Kanadiern handelt es sich um den UN-Sondergesandten für den Niger, Robert Fowler, sowie seinen Kollegen Louis Guay. Sie waren im Dezember rund 90 Kilometer westlich der Hauptstadt Niamey verschwunden. Wie der kanadische Sender CTV unter Berufung auf Angaben der malischen Regierung berichtete, kamen sie am Mittwoch im Norden Malis frei. Auch die Familien der Diplomaten hätten die Freilassung bestätigt. (ho/dpa)

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