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Mali : Mindestens 17 Tote bei Angriffen auf UN-Friedenstruppe

UN-Stützpunkte in Mali stehen im Visier von Angreifern. 17 Menschen sterben, die Hintergründe sind noch nicht aufgeklärt. UN-Generalsekretär Guterres spricht von möglichen Kriegsverbrechen.

UN-Blauhelmsoldaten 2013 auf einer Straße in Timbuktu.
UN-Blauhelmsoldaten 2013 auf einer Straße in Timbuktu.Foto: Tanya Bindra

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Angriffe auf UN-Friedenstruppen im westafrikanischen Staat Mali mit 17 Toten scharf verurteilt. In einer Erklärung betonte er, dass Angriffe auf UN-Friedenstruppen nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen gelten könnten. Am Montagabend hatten mehrere Unbekannte das Hauptquartier der UN-Mission in Timbuktu im Norden des Landes angegriffen, wie eine Sprecherin der Mission, Radhia Achouri, am Dienstag sagte. Dabei seien insgesamt 13 Menschen umgekommen. Bei einem weiteren Angriff auf einen UN-Stützpunkt in Douentza sind demnach vier Menschen getötet worden.

Die UN sprach von „Terroranschlägen“. Der Blauhelm-Einsatz in Mali ist derzeit die gefährlichste UN-Mission. Dort kommt es immer wieder zu Angriffen auf Blauhelme und malische Soldaten. Im Norden sind vor allem die Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) und andere extremistische Gruppen aktiv. Bei dem Angriff in Timbuktu seien fünf malische Wachtposten, ein Polizist, ein Zivilist und sechs Angreifer getötet worden, sagte Achouri. Demnach konnten einige der Angreifer in den Stützpunkt eindringen, wo sie erschossen wurden.

Mithilfe von Hubschraubern seien weitere Täter verfolgt worden. Zudem seien sechs Menschen verletzt worden, zwei davon schwer, so Achouri. Zuvor wurde in dem rund 200 Kilometer südlich von Timbuktu gelegenen Douentza ebenfalls ein UN-Lager angegriffen. Dabei kamen nach Angaben der UN-Mission ein togolesischer Blauhelm, ein malischer Soldat sowie zwei Angreifer ums Leben. Es habe sich um eine koordinierte Attacke gehandelt: Eine Gruppe Angreifer schoss demnach auf das Lager, woraufhin malische Soldaten das Feuer erwiderten.

Eine zweite Gruppe habe dann einen anderen Teil des Lagers angegriffen. In Mali bemühen sich in der Mission Minusma der Vereinten Nationen mehr als 15 000 UN-Soldaten und Polizisten um eine Stabilisierung des Landes, darunter 875 Bundeswehrsoldaten. Diese sind in der nordöstlichen Stadt Gao stationiert. Minusma-Befehlshaber Mahamat Saleh Annadif verurteilte die Angriffe als „abscheuliche Verbrechen“.

„Wir müssen unsere Kräfte vereinen, um diejenigen, die für diese Terrorakte verantwortlich sind, zu identifizieren und festzunehmen.“ Auch in Malis Nachbarländern sind extremistische Gruppen aktiv. Erst am Sonntagabend griffen Unbekannte ein Restaurant in der Hauptstadt von Burkina Faso an. Bei dem Überfall in Ouagadougou kamen mindestens 18 Menschen ums Leben. (dpa)

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