Politik : Malis Präsident will Regierung mit Islamisten

Bamako - Der Hohe Islat von Mali (HCIM) hat die Radikalislamisten im Norden des Krisenlandes dazu aufgefordert, sich aus den eroberten Gebieten zurückzuziehen. Vertreter des Rates, der die Mehrheit der Muslime in dem westafrikanischen Land repräsentiert, seien am Montag in den Norden gereist, um mit den radikalen Gruppen zu verhandeln, sagte Ibrahim Kontao, ein führendes HCIM-Mitglied, am Dienstag.

In der Hauptstadt Bamako versuchten am Dienstag die verschiedenen politischen Kräfte, noch vor dem Ablauf eines Ultimatums der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas Pläne zur Bildung einer Einheitsregierung voranzutreiben. Ziel ist es, die Errichtung eines Separatistenstaates islamischer Rebellen im Norden zu verhindern. Die Ecowas hatte dem Krisenland bereits vor Wochen eine Frist bis zum 31. Juli gesetzt, die aber am Dienstagabend um zehn Tage verlängert wurde. Ecowas droht mit der Entsendung von Truppen, falls es bis zum Ende der Frist keine Road Map zur Bildung einer „Regierung der nationalen Einheit“ gibt.

Erst am Montag war der malische Interimspräsident Dioncounda Traoré nach einer zweimonatigen Krankenbehandlung aus Frankreich zurückgekehrt und hatte die Bildung einer Einheitsregierung in die Hände genommen. Traoré beschnitt die Kompetenzen des Regierungschefs und schuf einen Hohen Staatsrat, dem er selbst vorsteht und der die Verfassung Malis den „gesellschaftspolitischen Realitäten anpassen“ soll. Eine neue Kommission werde Friedensverhandlungen mit den Islamisten führen. dpa/AFP

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