Managergehälter : SPD will gegen "Maßlosigkeit" vorgehen

Die Sozialdemokraten wollen ungerechtfertigt hohe Abfindungen der Spitzenmanager gesetzlich unterbinden. Finanzminister Peer Steinbrück wirft einzelnen Managern einen "mangelnden Sinn für Proportionen" vor - Arbeitsminister Olaf Scholz fordert auch von Merkel Taten.

Steinbrück Glos
Finanzminister Peer Steinbrück (SPD, li.) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU). -Foto: dpa

Berlin Führende SPD-Politiker haben in der Diskussion um Managergehälter die einiger Firmenlenker kritisiert und Konsequenzen gefordert. SPD-Chef Kurt Beck sagte der "Bild"-Zeitung (Samstag): "Wenn Manager selbst bei einer Riesenpleite noch mit Millionen-Abfindungen nach Hause geschickt werden, kann ich den Zorn der Leute verstehen. Zumal die Arbeitnehmer oft auch noch die Zeche zahlen - wenn Unternehmen die Abfindungen als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen." Zwar hätten auch Manager "ein Recht auf anständige Bezahlung". Dies dürfe aber "nicht ausarten".

Nach Ansicht Steinbrücks trägt "die Manager-Klasse" eine "große Mitverantwortung, unser Modell der sozialen Marktwirtschaft zu legitimieren und Zustimmung für Reformen durch Vorbild zu organisieren". Allerdings werde diese Verantwortung mitunter durch "Maßlosigkeit" und "mangelnden Sinn für Proportionen" verletzt, sagte er dem "Focus". Manchmal habe er den Eindruck, "es wird sogar Misserfolg besonders vergütet", so Steinbrück weiter.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, ihrer Kritik an den Managergehältern nun auch Taten folgen zu lassen. Merkel hatte auf dem CDU-Parteitag überhöhte Managergehälter kritisiert. "Man sollte solche Ankündigungen nur machen, wenn man auch bereit ist, Konsequenzen zu tragen", sagte Scholz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er bezweifle aber, dass Merkel sich bei dem Thema in ihrer eigenen Partei durchsetzen könne.

Erneut Kritik an Zumwinkel

Zum Fall des Post-Chefs Zumwinkel, der auch den Aufsichtsrat der Deutschen Telekom führt und wegen eines Aktienverkaufs in die Kritik geraten war, sagte Steinbrück: "Gerade in Firmen, die wie die Telekom ihren Mitarbeitern einiges zumuten müssen, ist besonderes Fingerspitzengefühl verlangt. Warum soll eine Belegschaft bereit sein, für die Firma Opfer zu bringen, wenn sie den Eindruck haben muss, dass oben andere Maßstäbe angelegt werden als unten?"

Auch Beck äußerte Bedenken an "undurchsichtigen" Bonus- und Aktienpaketen, die mittlerweile oft Bestandteil der Bezahlung von Managern geworden seien. "Das birgt die Gefahr, dass die Vorstände nur noch die Kurse im Auge haben, um die eigenen Aktienoptionen möglichst gewinnbringend in Bargeld umwandeln zu können." (küs/dpa)

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