Managergehälter : Wulff bedauert Wortwahl "Pogromstimmung"

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat sich für seinen umstrittenen Progromvergleich entschuldigt. Die Kritik an zu hohen Managergehältern bezeichnete er in einer Talkshow als "Pogromstimmung". Der Zentralrat der Juden legte Wulff den Rücktritt nahe.

Wulff
Christian Wulff: Entschuldigt sich für unpassenden Vergleich. -Foto: dpa

Hannover/BerlinNach einer umstrittenen Äußerung zum Umgang mit der Finanzmarktkrise hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) entschuldigt. Wulff hatte in einer TV-Talkshow die Kritik an Managern mit einer "Pogromstimmung" verglichen. Auf die Frage von Moderator Michel Friedmann, was für ihn Gerechtigkeit bedeute, hatte Wulff erklärt: "Ich finde, wenn jemand 40 Millionen Steuern zahlt und zehntausende Jobs schafft, dann muss ich nicht gegen den eine Pogromstimmung entwickeln, sondern dann kann ich sagen, er leistet einen wesentlichen Beitrag zu unserem Land und zu unserem Gemeinwesen." Der Zentralrat der Juden hatte dem niedersächsischen Ministerpräsidenten daraufhin den Rücktritt nahe gelegt.

"Die Verwendung des Wortes Pogromstimmung bedaure ich", erklärte Wulff am Freitag. Er habe zu keiner Zeit die Debatte um Managergehälter mit der Judenverfolgung vergleichen wollen. Er habe damit nur ausdrücken wollen, dass er eine generelle Stimmungsmache gegen Manager für falsch halte.

Erst Ende Oktober hatte der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, mit einem umstrittenen Juden-Vergleich für Empörung gesorgt. Er hatte eine Parallele zwischen der Managerkritik in der aktuellen Bankenkrise und der Judenverfolgung gezogen. Kurz darauf entschuldigte sich Sinn dafür. (nis/dpa)

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