Politik : Managergehalt soll nur steigen wie die Löhne

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Berlin Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) will Managergehälter auch an die Entwicklung der Einkommen von Arbeitnehmern koppeln. „Es ist sicher eine Überlegung wert“, sagte sie dem Tagesspiegel, „die Bezüge eines Vorstands nicht nur mit der Entwicklung der Aktien zu verknüpfen, sondern auch die Lohnentwicklung im jeweiligen Unternehmen zu berücksichtigen.“ Laut Zypries muss das aber nicht per Gesetz geregelt werden. Stattdessen könnte der Verhaltenskodex der Wirtschaft (Corporate Governance Kodex) entsprechend erweitert werden. Dann ließe sich vermeiden, dass die Einkommen der Arbeitnehmer sinken, während die Einkommen der Vorstände enorm stiegen.

Die Justizministerin unterstützt damit Bestrebungen von Betriebsräten, die Regelungen für Vorstandsbezüge zu ändern. Nach einem Bericht des Handelsblatts wollen Betriebsräte von Opel und anderen Industriefirmen die Debatte jetzt verstärkt in den Aufsichtsräten führen. Nach dem Mitbestimmungsgesetz sind Arbeitnehmer in den Aufsichtsräten der Unternehmen paritätisch vertreten.

Ministerin Zypries zieht grundsätzlich eine freiwillige Selbstregulierung der Wirtschaft einer gesetzlichen Regelung vor. „Unser Ziel ist es, einen Bewusstseinswandel bei den Unternehmen zu erreichen. In den Vorständen muss sich die Erkenntnis durchsetzen, dass ethisch-moralische Grundsätze der Überbau für unternehmerische Entscheidungen sind,“ sagte die SPD-Politikerin weiter.

Kritik an den Gehältern übte Verbraucherschutzministerin Renate Künast in der „Bild am Sonntag“: „Wir leben nicht im Sozialismus und können Manager-Gehälter nicht per Gesetz festlegen. Aber die Millionenbezüge und Abfindungen in den Vorstandsetagen seien unmoralisch.“ Künast sprach sich auch gegen Prämien für Manager bei Unternehmensverkäufen aus. fo/mot/HB

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