Politik : Manipulierte Schiedsrichter DFB-Spiele?

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Berlin Der Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer wird verdächtigt, mehrere Spiele im Profi-Fußball manipuliert zu haben. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat bereits Ermittlungen gegen Hoyzer eingeleitet. Das gab der DFB am Samstagabend bekannt. Der 25 Jahre alte Berliner soll mit seinen Entscheidungen mehrere Spiele im DFB-Pokal und in der Zweiten Bundesliga beeinflusst haben, um Geld zu gewinnen. Nach Erkenntnissen des Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Horst Hilpert, soll Hoyzer zuvor auf ein von ihm gewolltes Ergebnis gewettet haben. Hoyzer trat am Freitag aus seinem Verein Hertha BSC aus und als DFB-Schiedsrichter zurück. Seit 2002 hatte er Spiele im Profi-Fußball geleitet. Für eine Stellungnahme war der Berliner gestern nicht zu erreichen.

Es geht vor allem um das DFB-Pokalspiel vom 21. August des vergangenen Jahres zwischen dem Drittligaklub SC Paderborn und dem Erstligisten Hamburger SV. Der HSV hatte 2:0 geführt, aber nach zwei umstrittenen Foulelfmetern für Paderborn noch 2:4 verloren. Außerdem hatte Hoyzer den Hamburger Stürmer Mpenza wegen Schiedsrichterbeleidigung des Feldes verwiesen. Hoyzer soll in der Halbzeitpause in die Kabine der Paderborner gegangen sein und gesagt haben: „Spielt ihr mal so weiter, den Rest erledige ich.“ Der HSV erklärte gestern auf Anfrage, zivilrechtliche Schritte gegen den Schiedsrichter zu prüfen.

Bisher hatten sowohl Hoyzer als auch der DFB jegliche Vorwürfe zurückgewiesen. Am vergangenen Mittwoch erhielt der Fußball-Verband jedoch offenbar weitere Informationen. In einer Befragung am Freitag verweigerte Hoyzer die Aussage mit der Begründung, dass er durch seinen Vereinsaustritt nicht mehr der Disziplinargewalt des DFB unterstehe. Am Montag wollen die Deutsche Fußball-Liga und der DFB gemeinsam alle Spiele des Schiedsrichters auf ihren Verlauf prüfen. Tsp

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