Manöver in Osteuropa : Propaganda statt Panzer

Putin könnte seine Truppen in die baltischen Hauptstädte schicken. Aber warum sollte er das? Ein Kommentar.

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Dieses von der Vayar Military Agency zur Verfügung gestellte Foto zeigt am 11.09.2017 in Weißrussland einen Konvoi von Militärfahrzeugen. Foto: Uncredited/Vayar Military Agency/AP/dpa
Dieses von der Vayar Military Agency zur Verfügung gestellte Foto zeigt am 11.09.2017 in Weißrussland einen Konvoi von...Foto: Uncredited/Vayar Military Agency/AP/dpa

Nahkampf, Panzer, Atomkrieg. Moskau und Minsk lassen nichts aus bei der militärischen Großübung an ihrer Westgrenze. Die EU, die Nato und vor allem die Nachbarstaaten sind besorgt. Zu Recht? Das Misstrauen der Polen und Balten ist nachvollziehbar, schließlich könnte, wenn er wollte, Russlands Präsident Putin seine Truppen binnen weniger Tage in die baltischen Hauptstädte schicken. Aber warum sollte er das? Es käme einer Kriegserklärung an die Nato gleich – immer noch das mächtigste Verteidigungsbündnis der Geschichte. Womöglich haben also jene recht, die eine militärische Okkupation für weniger wahrscheinlich und Angriffe auf die politische Souveränität sogar für gefährlicher halten. Cyberattacken, Propaganda, Desinformation der russischen Minderheiten. Man stelle sich zum Beispiel die Verbreitung vermeintlich geleakter Nato-Papiere vor, in denen die Strategen zu dem Ergebnis kommen, das Baltikum sei im Falle eines Falles nicht zu verteidigen... Diese Art der Kriegführung, die Zweifel und Zwietracht sät, könnte nachhaltiger destabilisierend wirken als Soldaten und Panzer.

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