Politik : Maoisten in Nepal beteiligen sich an Übergangsregierung

-

Kathmandu - In Nepal haben sich Regierung und Maoisten auf die Auflösung des Parlaments und die Bildung einer Übergangsregierung unter Beteiligung der Rebellen geeinigt. Die Führung der regierenden Sieben-Parteien-Allianz und der Maoisten-Rebellen trafen in über 10-stündigen Gesprächen eine acht Punkte umfassende Vereinbarung. Damit soll der seit zehn Jahren andauernde Bürgerkrieg beigelegt werden. Rebellenchef Prachanda sagte am Freitag, bei dem Treffen in Kathmandu sei „das Eis gebrochen“ worden.

Der Maoistenchef sagte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach Jahren im Untergrund, die neue Übergangsregierung solle nach dem Wunsch der Rebellen binnen vier Wochen gebildet werden. Im Kampf der Maoisten gegen die Monarchie und für ein kommunistisches Regime starben seit 1996 mehr als 13 500 Menschen. Die Sieben-Parteien-Allianz hatte Ende April von König Gyanendra die Wiedereinsetzung des Parlaments erzwungen. Im Anschluss begannen die Friedensgespräche mit den Maoisten. Friedensgespräche zwischen früheren Regierungen und den Maoisten scheiterten 2001 und 2003. Zentrale Forderung der Demokratiebewegung und der Maoisten war die Wahl einer verfassunggebenden Versammlung, was die Sieben-Parteien-Allianz nun bereits angekündigt hat. Jedoch sind noch viele Fragen offen. So hoffen die Rebellen, dass Wahlen die Weichen für die Abschaffung der Monarchie stellen werden, was die Regierung ablehnt. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben