Politik : Marc Wallerts Freilassung: Das globale Mediendorf (Kommentar)

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In den vergangenen viereinhalb Monaten erstreckte sich das globale Mediendorf bis zu den Philippinen. Die Insel Jolo, die bis dahin niemand kannte, ist jetzt zum Schauplatz eines Dramas mit glücklichem Ausgang geworden. Mit glücklichem Ausgang? Da fangen die Fragen schon an - auch selbstkritische. Werden wir auch künftig berichten, wenn die Abu Sayyaf, auf- und ausgerüstet mit den Lösegeld-Millionen, demnächst "nur" Philippinos als Geiseln nimmt? Wohl kaum. Schon die Tatsache, dass immer noch zwei Franzosen verschleppt sind, verschwindet hinter der Freude über die Rückkehr des Wallert-Sohnes. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn wir nicht obendrein das Gefühl hätten, die Wallerts gehörten uns: Renate Wallert, die innerlich zerbrochen nach Deutschland zurückkehrte und die fast der Volkszorn traf, als der Verdacht aufkam, sie habe auf Jolo möglicherweise "simuliert". Werner Wallert, der aufrechte Gymnasiallehrer, der nach seiner Befreiung pünktlich zum Dienst erschien. Und Marc Wallert? Man sollte ihn in Ruhe lassen, auch nach seiner Rückkehr ins Zentrum des globalen Mediendorfes.

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