Politik : Marcelinho will bis 2011 bleiben

Herthas brasilianischer Star Marcelinho möchte sich langfristig an den Berliner Fußball-Bundesligisten binden. "Ich möchte meinen Vertrag erfüllen und würde ihn gern um vier weitere Jahre bis 2011 verlängern", erklärte er in einem Zeitungsinterview. (06.03.2005, 16:02 Uhr)

Berlin - Seinen Wunsch nach einer Vertragsverlängerung äußerte der Topscorer des Vereins in einem Interview mit der "Berliner Morgenpost" (Sonntag-Ausgabe). Das Blatt berichtet zudem, dass Hertha BSC den Vertrag mit dem Vermarkter Sportfive bis 2014 verlängert und für zukünftige Vertragsleistungen eine Vorabsumme kassiert habe.

Eine so langfristige Bindung, wie von Marcelinho gewünscht, dürfte kaum in die Planungen von Hertha BSC passen. Denn auch die finanzielle Lage des Hauptstadtclubs ist angespannt, wie der Bericht der «Berliner Morgenpost» verdeutlicht. Demnach konnten Auflagen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zum Ende des vergangenen Jahres vor allem dadurch erfüllt werden, dass eine Vertragsverlängerung mit Sportfive einen größeren Vorabbetrag gebracht habe. Bisher hatte Hertha diese Verlängerung um fünf Jahre nicht öffentlich gemacht.

Der für die Finanzen verantwortliche Geschäftsführer Ingo Müller bestätigte, dass auch Hertha nach dem Prinzip «Signing Fee» - ein Teil der Gesamtsumme aus der gesamten Laufzeit wird schon mit Vertragsabschluss gezahlt - arbeitet. Laut Zeitungsbericht seien in den Geschäftsberichten von 2001/02 bis 2003/04 jährlich Fehlbeträge von rund 5,5 Millionen Euro ausgewiesen worden. Zudem soll der Verein derzeit an einer Umschuldung der Verbindlichkeiten von 18,9 Millionen Euro arbeiten.

Herthas für die Finanzen zuständige Geschäfstführer Ingo Schiller sieht durch die finanziellen Operationen, zu denen auch ein Verkaufs- und Leasinggeschäft mit VIP-Plätzen im Olympiastadion gehört, die Entwicklung desd Vereins oder gar die Lizenz für die kommende Spielzeit nicht gefährdet. «Entscheidend für uns ist, ob die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben kleiner wird oder größer», sagte der Finanzchef und verwies auf das Beispiel der Personalkosten, die von 33 Millionen auf 25 Millionen Euro in dieser Saison gesenkt worden seien.

Allerdings zeigte Schiller auch die Abhängigkeit von Erfolgen in den kommenden Jahren auf: «Wir setzen auf steigende Zuschauerzahlen und den sportlichen Erfolg. Ich denke auch, dass die Fernsehvermarktung nach 2006 mehr Geld bringt.» (tso) ()

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