Politik : Mark macht stabil

NAME

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Geht es Ihnen nicht auch so? Sie stehen im Supermarkt an der Kasse und Ihr Gegenüber fragt, ob sie fünf Cent haben. Ungläubig fragend schaut man in das Dunkel seiner Geldbörse, wo sich ein heilloses Durcheinander unbekannter Münzen stapelt. Wie sah noch mal das Fünf-Cent-Stück aus?

Obwohl dieses Verhalten eigentlich älteren Mitbürgern ohne Brille auf der Nase vorbehalten ist, kippt man in solchen Augenblicken sein Geld auf den Tresen und wühlt gemeinsam mit der Verkäuferin den gewünschten Betrag heraus. Dabei ist es doch schon gut vier Monate her, dass der Euro in Deutschland zum Zahlungsmittel erklärt wurde. Doch keine falsche Scheu. Auch in Regierungs- und Parlamentskreisen tut man sich noch schwer mit dem Euro. So stottern Politiker aller Parteien seit Monaten in der Öffentlichkeit häufig wirre Zahlenreihen, wenn es um Geldbeträge geht. Etwa beim Nennen des Begriffes „630-Mark-Job". War das nun ein 325-Euro- oder ein 330-Euro-Job?

Selbst Bundesfinanzminister Hans Eichel gestand unlängst in kleinem Kreis, dass er noch nicht ganz sicher in Sachen Euro ist. Häufig freue er sich noch beim ersten Blick auf Ausgabenreihen, die ihm seine Mitarbeiter zugearbeitet haben. So wenig? Ach so, das sind ja jetzt Euro.

Der Grünen-Chef Fritz Kuhn wurde unlängst sogar darauf angesprochen, dass er doch seine Beispiel-Wirkung in der Öffentlichkeit mal überprüfen solle. Schließlich mache es keinen besonders guten Eindruck, wenn ein Parteichef noch immer in D-Mark rechne. Kuhn konterte darauf entnervt: „Gibt es etwa ein Gesetz, dass das Rechnen in D-Mark verbietet". Antje Sirleschtov

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar