Marokko : Erneuter Ansturm auf europäische Exklave

Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden haben afrikanische Flüchtlinge am Sonntag einen Versuch unternommen, in die spanische Exklave Melilla einzudringen. Erst Samstagnacht waren etwa 70 Afrikaner von Marokko nach Melilla gelangt.

Melilla/MadridErneut haben afrikanische Flüchtlinge versucht, die spanische Exklave Melilla von Marokko aus zu erstürmen. Wie spanische Medien in der Nacht berichteten, wollten sie sich am Sonntagabend genau zu dem Zeitpunkt gewaltsam Zutritt zu der 70.000-Einwohner-Stadt verschaffen, als die spanische Fußball-Nationalmannschaft im Viertelfinale der EM in Wien gegen das italienische Team im Elfmeterschießen stand. Die Afrikaner seien von marokkanischen Polizisten zurückgedrängt worden. Keinem Flüchtling sei es gelungen, in die spanische Stadt zu gelangen. Es war bereits der zweite Vorfall dieser Art binnen 24 Stunden.

In der Nacht zum Samstag waren bei einer ähnlichen Aktion 70 Afrikaner nach Melilla gelangt. Mehrere spanische Polizisten wurden dabei nach Angaben der Behörden leicht verletzt. Etwa 50 der illegalen Immigranten seien später aufgegriffen und in Abschiebelager gebracht worden.

Vor drei Jahren hatten Tausende von Afrikanern versucht, in immer neuen Wellen von marokkanischem Gebiet aus in die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta einzudringen. 14 Flüchtlinge waren dabei ums Leben gekommen. Spanien ließ daraufhin die Grenzbefestigungen der beiden an der Nordküste Afrikas gelegenen Städte ausbauen und die Zäune auf bis zu sechs Meter erhöhen. Diesmal versuchten die Flüchtlinge nicht, die Zäune zu überwinden, sondern stürmten direkt auf den Übergang los und versuchten, die marokkanischen und spanischen Grenzposten zu überrennen. (peg/dpa)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar