MARTIN GEHLEN UND KATHARINA EGLAU BEIM TAGESSPIEGEL : Aus dem Tagebuch der Arabellion

Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Nachrichten und Analysen hat unser Nahost-Korrespondent Martin Gehlen in diesem Jahr der „Arabellion“ mehr geschrieben, als er sich vor drei Jahren erwarten konnte – damals zog er für den Tagesspiegel nach Kairo. Dass damit noch längst nicht alles gesagt ist, konnte erfahren, wer am Montag Gehlen und seiner Frau, der Fotografin Katharina Eglau, lauschte. Beide berichteten im ausverkauften

„Salon“ des Tagesspiegels darüber, wie sie selbst die acht Monate des arabischen Aufstands erlebten. Und gelegentlich überlebten – von jenem 28. Januar, an dem beide im eigenen Wohnviertel mit ansahen, wie eine Menge Hosni Mubaraks hochgerüstete Polizei überrannte, oder von der „revolutionären Wohngemeinschaft“ mit dem Kollegen der „Süddeutschen Zeitung“. Der hatte zwar einen Satellitenempfänger, aber keinen Empfang. So landete das Gerät kurzerhand auf der Terrasse der Gehlens, zur Zeit der größten Gewalt wohnte und

arbeitete man gemeinsam und hatte am Ende

„für drei Jahre Zwieback

im Haus“, wie Gehlen

bemerkte. In Libyen, das Gehlen und Eglau zu

Beginn des Aufstands und später während des ersten Nato-Bombardements

bereisten, seien sie mehrmals nur mit Glück Kidnappings oder Schusswechseln entgangen, in die

andere Kollegen gerieten.

Eine noch nähere Perspektive vermittelte am Montagabend Omar al Bariki, 28-jähriger Student an der TU Berlin und Sohn eines Generals von Gaddafi. Er hatte sich nach dem Tod seines Bruders den Rebellen angeschlossen; Gehlen berichtete über ihn. Was wird aus dem Aufstand der Araber? „Wir werden es schaffen“, sagt al Bariki. Auch Gehlen ist optimistisch, trotz Nachrichten etwa aus Ägypten über fortdauernde Korruption und milde Urteile gegen beamtete Mörder: „Die Sehnsucht nach Freiheit, Würde und Selbstbestimmung wird am Ende siegen.“ Tsp

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