Politik : Massaker im Kongo aufgedeckt Ugandische Rebellen töteten 320 Menschen

Washington/Kampala - Ugandische Rebellen haben nach Angaben von Human Rights Watch im Dezember ein Massaker unter Zivilisten im Kongo verübt. Dabei seien mindestens 321 Menschen getötet und weitere 250 entführt worden, teilte die Menschenrechtsorganisation in Washington mit. Unter den Entführten seien auch 80 Kinder gewesen. In einer Dokumentation über die bisher nicht bekannten Vorgänge heißt es, die berüchtigte „Widerstandsarmee des Herrn“ (Lord's Resistance Army - LRA) habe damals vier Tage in der nordöstlichen Makombo-Region des Kongo gewütet. „Das Massaker von Makombo ist eines der schlimmsten in der 23-jährigen blutigen Geschichte der LRA“, sagte die Afrikaexpertin von Human Rights Watch (HRW), Anneke Van Woudenberg. Es zeige, dass die LRA im Gegensatz zu Behauptungen der Regierungen in Uganda und im Kongo nach wie vor eine schwere Bedrohung für die Menschen in der Region darstelle.

Die LRA-Rebellen überfielen mindestens zehn Dörfer. Sie hätten ihre Opfer zunächst gefesselt und danach mit Macheten und Äxten getötet oder mit Holzknüppeln erschlagen. Bei den meisten Opfern habe es sich um erwachsene Männer gehandelt. Außerdem brachten die Milizen aber auch mindestens 13 Frauen und 23 Kinder um. Das jüngste Opfer sei ein dreijähriges Mädchen gewesen. Der Bericht der Menschenrechtler stützt sich auf die Aussagen von Überlebenden. Zu den Augenzeugen gehörten auch Kinder, die gezwungen worden waren, andere Kinder zu töten, weil diese sich den Anordnungen der LRA widersetzten.

Genau ein Jahr vor dem Massaker von Makombo, im Dezember 2008 und Januar 2009, hatte die LRA im Norden des Kongo und im Süden des Sudan mehr als 865 Zivilisten getötet. Die Vereinten Nationen haben im Nordosten des Kongos die Friedensmission Monuc stationiert. Die Blauhelmtruppen sollen jedoch von Juni an abgebaut und bis Juli 2011 ganz abgezogen werden. dpa

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