Politik : Massaker in Burundi: Töteten Hutu mehr als 150 Tutsi?

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Bujumbura/Nairobi Bei einem blutigen Massaker im ostafrikanischen Land Burundi sind mindestens 156 Flüchtlinge aus dem benachbarten Kongo umgebracht worden. Mehr als 100 weitere Bewohner des Lagers Gatumba seien verletzt worden, sagte am Samstag Fernando del Mundo, Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Genf. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch steigt.

Rund 100 Bewaffnete seien am Freitagabend in das Flüchtlingslager an der Grenze zu Kongo eingedrungen und hätten ihre Opfer erschossen oder mit Bajonetten und Knüppeln niedergemacht, berichtete David Short, ein anderer UNHCR-Sprecher aus dem Flüchtlingslager. Mehrere Hütten seien niedergebrannt worden. Verkohlte Leichen, getötete Frauen und Kinder seien am Morgen im Lager zu sehen gewesen, sagte ein UN-Mitarbeiter der britischen BBC. Die Verletzten seien zum Teil in Krankenhäuser gebracht worden, zum Teil würden sie vor Ort versorgt.

Angeblich soll eine Rebellenorganisation des Hutu-Volkes aus Burundi für den Überfall verantwortlich sein. Das Lager sei ein Stützpunkt für eine Miliz des verfeindeten Tutsi-Volkes gewesen, hieß es von Seiten der Hutu-Nationalen Befreiungsfront (FNL). Die etwa 1700 Bewohner des Flüchtlingslagers sind kongolesische Staatsbürger vom Volk der Tutsi. Sie waren erst im Juni dieses Jahres nach Kämpfen im Osten Kongos nach Burundi geflüchtet. Bei den Kämpfen zwischen den Hutu und den Tutsi sind in den vergangenen zehn Jahren in Burundi rund 300 000 Menschen ums Leben gekommen.dpa

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