Massenschlägerei : Ukrainische Abgeordnete prügeln sich im Parlament

Turbulente Eröffnung des neuen Parlaments: In der Ukraine haben Abgeordnete der Opposition mit Gewalt versucht, die Wahl des Regierungschefs Asarow zu verhindern. Darunter waren auch Parlamentarier der Fraktion Udar (Schlag) von Boxweltmeister Vitali Klitschko.

Attacke. Abgeordnete der Opposition versuchten, die Rednertribüne zu blockieren.
Attacke. Abgeordnete der Opposition versuchten, die Rednertribüne zu blockieren.Foto: Reuters

Wegen Schlägereien und massiven Tumulten im ukrainischen Parlament hat sich die Abstimmung über einen neuen Regierungschef in der Ex-Sowjetrepublik weiter verzögert. Oppositionsvertreter von der Partei der inhaftierten Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko prügelten auf Abgeordnete der regierenden Partei der Regionen ein, wie Fernsehbilder am Donnerstag zeigten. Die Sitzung wurde wie bereits am Vorabend unterbrochen. Zuvor wollten Abgeordnete für abwesende Kollegen abstimmen. Daraufhin gingen Oppositionelle auf ihre Gegner los.

Auch Parlamentarier der Udar-Fraktion (Schlag) von Boxweltmeister Vitali Klitschko blockierten wiederholt die Präsidiumstribüne, um geplante Abstimmungen über den Parlamentspräsidenten sowie den Regierungschef zu verzögern.

Klitschko führt seinen Kampf gegen Präsident Viktor Janukowitsch künftig als Fraktionschef. Die 42 Udar-Abgeordneten unter den insgesamt 450 Parlamentariern wählten den Sportler zum Wortführer. Auch Vertreter der Vaterlandspartei der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko sowie der rechtspopulistischen Partei Swoboda blockierten die Tribüne gegen Mitglieder der regierenden Partei der Regionen, wie Medien berichteten. Schon in der Vergangenheit hatten ukrainische Abgeordnete sich immer wieder wüste Handgemenge im Plenarsaal geliefert.

Bei der Sitzung sechs Wochen nach der Parlamentswahl in der Ex-Sowjetrepublik wollte sich Regierungschef Nikolai Asarow der Wiederwahl stellen. Die Wahl galt als sicher. Die Timoschenko-Fraktion forderte auf T-Shirts die Freilassung der 52-Jährigen. Proteste gab es auch vor der Rada, wo Frauen der Organisation Femen barbusig gegen Korruption auftraten. Außerdem demonstrierten etwa 100 Linke gegen den erstmaligen Einzug der rechtspopulistischen Partei Swoboda (Freiheit) ins Parlament. Spezialeinheiten der Polizei riegelten das Gebäude ab. (dpa)

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