Politik : Maßnahmen gegen steigenden Tabakkonsum: EU-Parlament will Raucher abschrecken

Das Europaparlament beharrt angesichts des steigenden Tabakkonsums vor allem bei jungen Leuten auf härteren Maßnahmen gegen das Rauchen. Die EU-Volksvertretung verabschiedete am Mittwoch in zweiter Lesung einen Richtlinienentwurf, der unter anderem große und abschreckende Warnhinweise auf den Packungen sowie eine deutliche Reduzierung der Schadstoffe in den Zigaretten vorsieht. Außerdem verlangte die Straßburger Versammlung ein Verbot von Stoffen wie Ammoniak, die die Abhängigkeit fördern sollen. Über diese Forderungen werden nun Parlament und Ministerrat in einem Vermittlungsverfahren verhandeln. Das Europaparlament hat in dieser Frage ein Mitbestimmungsrecht.

Die geplante Richtlinie sieht vor, ab dem Jahre 2004 den Höchstwert für Teer von bisher zwölf auf zehn Milligramm zu reduzieren. Erstmals sollen ab diesem Zeitpunkt auch Grenzwerte für Nikotin (ein Milligramm) und Kohlenmonoxid (zehn Milligramm) eingeführt werden. Ab diesem Jahr sollen in der Union nur noch Zigaretten hergestellt und vermarktet werden, die diese Richtwerte einhalten.

Das Parlament fordert ferner große Warnhinweise, die mindestens 30 Prozent der Packungen bedecken müssen. Raucher sollen mit Slogans wie "Rauchen tötet jährlich eine halbe Million Menschen in der Europäischen Union" oder "Rauchen verursacht Krebs und Herzkrankheiten" auf die Gefahren der Sucht hingewiesen werden. Vorgesehen ist auch ein Hinweis, der vor den Folgen des Passivrauchens vor allem für Kinder warnt. Außerdem sollen die Unionsländer noch strengere Warnhinweise vorschreiben dürfen - auch den Abdruck von abschreckenden Fotos, etwa von Raucherbeinen oder Mundkrebs.

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