Politik : Matthies meint: Wenn Ministerinnen zu sehr träumen

Wie geht es im Kabinett Schröder wirklich zu? Nichts Genaues weiß man nicht, denn offenbar gibt es derzeit keine Insider, die die Protokolle flugs in die Redaktionen tragen. Wir sind also auf Indizien angewiesen - aber die sind nicht ohne. Justizministerin Däubler-Gmelin hat der "Zeit" jetzt einen Traum erzählt, der vor allem eine Frage offen lässt: Womit muss sich die arme Frau den ganzen Tag herumschlagen? Es fängt schon damit an, dass sie in Afrika von Sklavenhändlern eingesammelt wird, die ihr ein Brandzeichen verpassen und sie nach Amerika schaffen. Dort gerät sie ins Haus eines gewissen Abraham Lincoln, der die Sklaverei cool findet - aber nicht lange, denn die Neue bringt ihn nach Berlin zu einem Essen mit Willy Brandt, Martin Luther, dem Stauferkaiser Friedrich II. und Hildegard von Bingen. Dann schneit auch noch Günter Grass herein, Lincoln gibt verständlicherweise klein bei, das Ende der Sklaverei ist besiegelt. Damit endet der Traum, der doch noch so schön hätte weiter gehen können: Wie die befreite Sklavin in Little Rock, Arkansas, einen gewissen Bill Clinton ehelicht, der sie zu einer gewaltigen Justizreform inspiriert ... Wir warten auf die Fortsetzung. Und auf die gewaltige Justizreform.

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