Politik : MAUERN STATT GRENZEN

Als die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland und schließlich der gesamte „Eiserne Vorhang“ fiel, konnte sich kaum jemand vorstellen, dass es bald neue Mauern geben würde. Eine wird zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten gebaut, eine andere zwischen Mexiko und den USA. Letztere soll Einwanderer aus dem ärmeren Süden abhalten. Ein ähnliches Bauwerk wird derzeit zwischen Indien und Bangladesch errichtet. Bangladesch ist der Küstenstaat, für den der Klimawandel die dramatischsten Auswirkungen haben dürfte. Bis 2050 könnten 20 Prozent des Landes wegen des steigenden Meeresspiegels dauerhaft unter Wasser stehen. Das würde rund 20 Millionen Menschen ihre Heimat kosten, sagt Saber Hossein Chowdhury, der im Parlament von Bangladesch der Klimaarbeitsgruppe vorsteht. Schon heute versuchen viele Menschen aus Bangladesch, in Indien Arbeit zu finden. Millionen Bangladeschis arbeiten im Nahen Osten, um ihre Familien zu unterstützen. Zehntausende Bangladeschis sind in diesem Jahr wegen des Krieges aus Libyen geflüchtet.

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