Politik : Mauerschützen-Prozess: DDR-Grenzkommandeur zu Haftstrafe verurteilt

Vier Monate nach seiner Festnahme in Spanien ist ein ehemaliger DDR-Grenzkommandeur wegen Totschlags an DDR-Flüchtlingen am Montag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Nach Überzeugung des Berliner Landgerichts ist der 52-jährige frühere Oberst durch Befehle zur Grenzsicherung zwischen 1985 und 1989 mitverantwortlich für die tödlichen Schüsse auf das letzte Maueropfer Chris Gueffroy und drei weitere Männer. Walter Schulze hatte als ehemaliger Kommandeur des Ostberliner Grenzregiments 33 die Befehlsgewalt über mehr als 1000 Soldaten. Nachdem er bei einem ersten Prozesstermin um die Todesschüsse an der Berliner Mauer nicht erschienen war, hatte die Berliner Justiz Ende 1998 internationalen Haftbefehl gegen den Ex-Offizier erlassen. Im April dieses Jahres wurde er auf der spanischen Insel Gran Canaria festgenommen und wenig später an Deutschland ausgeliefert.

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