Politik : Maul- und Klauenseuche: Castor-Transport auf dem Prüfstand

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz prüft, ob der für Ende März geplante Castor-Transport aus Frankreich wegen der Maul- und Klauenseuche (MKS) verschoben werden muss. Ministerin Renate Künast (Grüne) informiere sich zur Zeit noch, ob eine solche Notwendigkeit bestehe, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Bisher aber werde eine Verschiebung des Atomtransports nicht erwogen, wie sie am Donnerstag von der Düsseldorfer Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) ins Gespräch gebracht worden war.

Nach Angaben der Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums werden vor dem Hintergrund der MKS-Gefahr auch andere Vorsichtsmaßnahmen für den Castor-Transport geprüft. Höhn hatte ihren Vorstoß damit begründet, dass der Atomtransport aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague aus jener Region komme, in der der erste MKS-Fall auf dem Kontinent festgestellt worden war. NRW-Europaminister Detlev Samland (SPD) griff Höhn scharf an. Er sagte der "Berliner Zeitung", Höhn müsse sich darüber im Klaren sein, dass sie letztlich den Kompromiss zum Atomausstieg und "damit eines der Leitprojekte der rot-grünen Bundesregierung gefährdet".

Hintergrund:
Chronologie: Der jüngste Ausbruch der Seuche in Europa

Die niedersächsische Landesregierung hielt an dem Transport fest. Wegen der Seuche habe sich die Situation für die Anlieferung von sechs Atommüllbehältern aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nicht verändert, sagte Innenminister Heiner Bartling. Bundespräsident Johannes Rau rief zum Gewaltverzicht bei Protesten gegen den Transport auf. "Ich weiß, dass die große Mehrheit der Demonstranten Gewalt ablehnt", sagte er in Berlin.

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