Politik : Maul- und Klauenseuche: Die Zahl der Fälle steigt

Die Zahl der Fälle von Maul- und Klauenseuche (MKS) in Großbritannien hat sich am Samstag auf 43 erhöht. Nach Angaben des britischen Landwirtschaftsministerium wurde erstmals die Grafschaft Cornwall im extremen Südwesten Großbritanniens betroffen. Zwei weitere neue Fälle seien in Südschottland und der nordenglischen Grafschaft Durham registriert worden. Bisher wurden in Großbritannien 45 000 Tiere wegen der Seuche vernichtet. Ungeachtet der Ausbreitung begann die Regierung am Samstag damit, das strikte Verbot für Viehtransporte zu lockern. Unter Auflagen wurde es Bauern ermöglicht, Sondergenehmigungen für Direkttransporte in Schlachthäuser zu beantragen.

Nach einem Bericht der "Financial Times" will die britische Großbank Barclays von der Maul- und Klauenseuche betroffenen Bauern ein dreimonatiges Moratorium zur Schuldentilgung einräumen. Es werde erwartet, dass weitere Geldinstitute dem bisher einmaligen Beispiel folgen werden, sagte ein Sprecher der Bank am Samstag.

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Der Verdacht auf einen Seuchenfall bei Schafen aus einem Betrieb in Aachen hat sich nach offiziellen Angaben nicht bestätigt. Die Untersuchungen der Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen in Tübingen seien negativ ausgefallen, hieß es. Auch Belgien gab nach entsprechenden Untersuchungsergebnissen Entwarnung. In der Nacht zum Samstag hatte das Ministerium einen Verdachtsfall auf einem Schweinemastbetrieb im Norden des Landes gemeldet. Frankreich verhängte vorsichtshalber ein Importverbot für lebende Tiere aus Belgien.

Dagegen gibt es in Hessen einen neuen BSE-Verdachtsfall. Der positive Schnelltest wurde bestätigt. Der deutsche Botschafter in London, Friedrich von Ploetz, bedauerte am Samstag die Exporte von Rinderhälften mit so genannten BSE-Risikomaterialen nach Großbritannien. Im BBC-Rundfunk sagte er, die Vorfälle seien für die Bundesrepublik "höchst peinlich". Die Entdeckung von Resten von Rückenmark in den Lieferungen sei "sehr, sehr ernst". Die Bundesländer seien zu einer genaueren Inspektion angewiesen worden.

Indessen kündigte US-Präsident George W. Bush Widerstand gegen Agrarsubventionen im Ausland an. Die USA wollten, dass der Wettbewerb für ihre Landwirte auf einer Basis der Gleichheit stattfinde, sagte er am Freitag (Ortszeit): "Die Märkte müssen offen sein. Die Vereinigten Staaten nehmen keinen Bevorzugung und ungerechte Subventionen hin." Zwischen den USA und der Europäischen Union (EU) herrscht seit Monaten Streit über die Abschaffung von Subventionen für europäische Landwirtschafts-Produkte.

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