Politik : Maul- und Klauenseuche: EU verbietet Briten Export von Fleisch

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche hat in Großbritannien ein Wettlauf mit der Zeit begonnen, um den Seuchenherd zu finden und die Ausbreitung der Viruskrankheit zu verhindern. Die EU-Kommission verbot den Export von britischem Fleisch und Vieh in die übrigen EU-Staaten zunächst bis zum 1. März. Das Verbot wird jedoch erst aufgehoben, wenn die Seuche nicht mehr grassiert. Das Verbraucherschutzministerium in Berlin empfahl den Bundesländern, vorsorglich die Tierbestände untersuchen zu lassen. Alle Lebendviehimporte, die in den vergangenen drei Wochen aus Großbritannien kamen, sollen überprüft werden.

Von der Maul- und Klauenseuche können Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und einige Wildarten betroffen werden. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich die Seuche über die gesperrten Betriebe in Großbritannien hinaus ausgebreitet habe, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Berlin. Die Länder seien über Bewegungen von lebendem Vieh von Großbritannien nach Deutschland in den vergangenen Tagen informiert worden. Den Umfang der Lieferungen konnte er nicht beziffern.

Der Leiter des nationalen Referenzzentrums für die Maul- und Klauenseuche in Tübingen, Bernd Haas, sagte, der Ausbruch der Seuche in Großbritannien bedeutet auch für Deutschland ein "ernstes Problem". Deutsche Bestände seien bedroht, "weil durch die Handelsverflechtung in den vergangenen Wochen tausende Schweine aus Großbritannien eingeführt wurden". Die Behörden seien nun dabei, mit "riesigem Aufwand" alle Bestände zu untersuchen, die britische Schweine aufgenommen hätten. Alle möglicherweise betroffen Tiere müssten getötet werden. Das britische Agrarministerium hatte die Ausfuhr von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen sowie von Fleisch und Milch der Tiere bereits am Mittwoch gestoppt.

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